"Beste" Decoder-Schnittstelle?

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    • "Beste" Decoder-Schnittstelle?

      Hallo zusammen,

      bislang habe ich alle Eigenbauten mit Kabelverhauen digitalisiert; dazu wurden meist die achtpoligen Stecker gekappt und die Kabel direkt verlötet.
      Zukünftig möchte ich mehr mit der Zeit gehen und moderne Schnittstellen verbauen, vllt. sogar im Rahmen einer geätzten Platine mit integrierter Beleuchtung.

      Nur - welche Schnittstelle ist die beste, sinnvollste, zukunftssicherste? NeXt, PluX irgendwas, MTC21?
      Zum Einsatz soll nur DCC-Zweileiter kommen, kein Puko. Blindstecker für Analogbetrieb DC wären auch nicht schlecht...

      Ich möchte hier keinen Glaubenskrieg entfachen, sondern nur ehrliche Meinungen sowie Erfahrungen "aus der Praxis für die Praxis" für eine eigene Entscheidungsfindung sammeln.

      Grüße, Johannes
    • Hallo Johannes
      Ohne Glaubenskrieg...

      Ich glaube, ich würde dann auf MTC21 oder PLUX22 gehen. Die basieren beide auf zweireihigen Steckern mit 1.27mm Rastermass.
      Um Probleme mit Normen, Belegungen und so weiter zu vermeiden, würde ich auf PLUX gehen, da diese Norm wohl eher eigenhalten wird.
      morop.org/downloads/nem/de/nem658_d.pdf

      Wenn Dich etwas information rund um die Do's&Don'ts interessiert:
      atw.huebsch.at/DCC/NEM_Stecker22.htm

      und

      locgeek.com/2012/12/digital-plugs-yes-theyve-gone-crazy/


      Für mich wären ausschlaggebend:

      - Gut lötbar (1.27mm Raster)

      - Klar definierte Belegung, die eingehalten wird

      - Verfügbarkeit von Decodern

      - AUX 1-4 auf den Pins Abgreifbar + Susi + Sound

      - Blindstecker definiert


      Das ist bei PLUX22 gegeben. Wie bei der BR50er Platine gezeigt, kann man das auch auf MTC21 mappen - also entweder PLUX oder MTC auf einer Platine auflöten. Wichtig wäre der Index-Pin zu beachten.


      LG,

      Axel
    • Hallo Johannes,

      ist klar dass ich meinen Senf dazugebe. Und einen Glaubenskrieg, na ich weiß nicht. Im Grunde dürfte es schwierig sein hier die ultimative Schnittstelle herauszufimdem. Es kommt immer darauf an, für welchen Einsatzzweck Du den Decoder verwenden willst. Ob Drei- (Puko) oder Zweileiter spielt dabei erst einmal keine Rolle. Ob DCC oder Mfx- Protokoll ist zumindest aus technischer Sicht zu vernachlässigen. Einzig der Preis spielt hier eine Rolle, weil Multiprotokolldecoder meist teurer sind. (Ich bin da schon einmal darauf eingegeangen.) Entscheidend ist die Anzahl der Ausgänge, bzw. Funktionen die Du in Deinem Modell ansteuern möchtest.

      Die achtpolige Schnittstelle ist also nicht automatisch das schlechteste. Viele E-Loks laufen bei mir mit diesem Typ, bieten Sie doch genug Platz für den "Kabelsalat" und ist sehr preisgünstig. Komplizierter wird es allerdings bei steigender Anzahl der Ausgänge und den Szenarien die der Decoder in der Lok abbilden soll.

      Grundsätzlich möchte ich folgendes zum Kabelsalat sagen. Ohne eine durchgehend designte Backplane wird die Kabelverlegung immer ein Problem sein. Siehe unser 50er Projekt. Ausgehend von den Funktionen die wir abbilden wollen hätten wir einen gigantischen Kabelbaum durch die Lok. Allerdings ist die Erstellung einer solchen Backplane mit erheblichem Aufwand verbunden und sollte gut überlegt sein. Hätten wir hier nicht eine erhebliche Menge an Lok's umzurüsten (Andreas) hätten wir wahrscheinlich darauf verzichtet.

      Ich gebe Dir mal meine subjektive Einschätzung und Meinung wieder.

      NeXt18 bietet 6 verstärkte Ausgänge und hat eine sehr kompakte Bauform. Allerdings fallen bei Verwendung eines Sounddecoders zwei Ausgänge für den Lautsprecher weg. Will man den Sound über SUSI haben fallen auch zwei Ausgänge weg. Will man Sound und SUSI zusammen fallen insgesamt 4 Ausgänge weg. Größter Vorteil ist die kompakte Bauform und einfache Montage. Will man eine Backplane für die Lok selbst bauen, dann hat man laut Norm dafür zu sorgen, dass der Decoder nicht falsch herum eingebaut werden kann. Das ist durch den Stecker bedingt möglich den Decoder um 180Grad versetzt einzubauen. Wenn gleich ein seitliches Versetzen ausgeschlossen ist. Für einen Selbstbau der Backplane bedarf es der Buchse welche ausschließlich als SMD-Variante zur Verfügung steht. Ein Selbstbau unter Zuhilfenahme einer Lochrasterplatine macht keinen Sinn, die Verwendung einer käuflichen Adapterplatine schon. Trotzdem bleibt die Verkabelung der Funktionen in der Lok.
      Hier die Beschreibung der Schnittstelle.

      21MTC darüber kann man geteilter Meinung sein und teilweise gehe ich mit Lutz Ausführungen konform. Die Schnittstelle bietet 6 Ausgänge, SUSI und Lautsprecherausgänge ohne Einschränkung der Ausgänge. Allerdings sind von Hersteller zu Hersteller die Belegung unterschiedlich. So bietet Beispielsweise ESU wahlweise auf den SUSI Leitungen zwei Ausgänge an, die aber nicht Verstärkt sind und mit nur 5Volt arbeiten. Hier muss also ein Leistungstransistor dahinter. Vergleicht man das mit den anderen Herstellern, so kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass nicht immer am erwarteten Ausgang auch das entsprechende Signal anliegt. Um bei ESU zu bleiben. Erwartet man nach Norm auf Pin 3 den AUX6 zeigt uns die Belegung aus dem Handbuch ein n.c, (Not connected) Dafür kann man aber einen Radsensor für soundsynchrone Anwendungen anschließen. Ich persönlich habe in einigen meiner Loks diesen Adapter verbaut, weil ich die SUSI-Funktionalität verwende. Großer Nachteile sind die Steckverbinder, den man wirklich ganz leicht falsch aufstecken kann. Allerdings bietet ESU eine XXL-Adapterplatine, die neben insgesamt 10Ausgängen noch Servoausgänge usw. zur Verfügung stellt. Sehr brauchbar für komplexe Anwendungen, wie funktionierende Kräne usw. Für eine Tenderlok eher nicht, da die Huckepackkonstruktion viel Höhe braucht. Insgesamt gesehen ist diese Schnittstelle nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
      Eine Beschreibung findest Du hier.

      PluX 8/12/16/22 ist meiner Meinung nach die brauchbarste Schnittstelle. Die unterschiedlichen (und unterschiedlich großen) Decoder sind Auf- und Abwärtskompatibel. Das heißt ich kann ohne Probleme einen PluX8-Decoder auf einem Plux22-Adapter aufstecken, ohne dass etwas abraucht und umgekehrt. (Sollte das räumlich gesehen möglich sein) Lediglich die Funktionen, die auf den höheren Kontakten liegen, sind nicht mehr verfügbar. Auch hier gibt es ein paar Besonderheiten. So muß man schauen, ob alle Ausgänge nach Norm durch den Hersteller vorhanden sind. Und Pin 1 (GPIO/C) kann Radsensor oder was auch immer sein. SUSI wird ab PluX16 voll unterstützt. Gut gelöst ist auch die Indexierung über Pin11, die ein falsches Aufstecken fast unmöglich macht. Eine Adapterplatine zur Verkabelung der Anschluße läßt sich einfach mit einer Lochrasterplatine im Rastermaß 1,27mm herstellen. Die Bauteile sind z.B. bei Reichelt verfügbar. Ein DC-Adapterstecker kann ebenfalls selbst erstellt werden und ist u.A.bei Uhlenbrock in der Bedienungsanleitung beschrieben. PluX22 ist zwar mein persönlicher Favorit aber auch hier bleibt die Verkabelung in der Lok. Die Beschreibung findest Du hier.

      Ich hoffe es hilft.

      Mit freundlichen Modellbahnergrüßen
      Thomas
      "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana
    • Hallo Johannes,

      also zuerst einmal ist in Deutschland alles genormt. :thumbsup: Blöd ist nur, dass jeder seine eigene Norm hat. :thumbdown: .

      Ich gehe mal davon aus, dass Du die ADAPLUS-Platine meinst? (Es gibt ja noch mehrere) Also es ist in der Tat so, dass Du jeden beliebigen Plux8 bis 22 da einstecken kannst. Es wird nichts kaputt gehen und die rudimentären Funktionen werden je nach Adapter vorhanden sein. Dieser Adapter bietet halt für voll ausgebaute Plux22 ein paar Features, wie z.B den Gleichrichter für die Versorgung der Ausgänge. Laut Schaltplan ist die Belegung 100% normgerecht nach Plux22. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass daran auch ein XY-Plux22 bestens funktionieren würde, solange er über die nach Norm zu erwartenden Ausgänge verfügt!

      Auf der Webseite steht, dass da nur bestimmte Decoder dran zu betreiben sind. (MX-Schießmichtot) Erklärbar wäre dies damit, dass Funktionen des Adapters nicht zur Verfügung stehen, wenn man da einen anderen Plux einsteckt, der nicht über die Ausgänge verfügt. (Umkehrschluß von oben)

      Im Grunde sind die Meisten Adapterplatinen nichts anderes als Breakout-Boards um den Anschluß der vielen Kabel zu erleichtern und dem ganzen Konstrukt einen einigermaßen ordentlichen Platz in der Lok zu geben.
      Ein kurzer Blick in die Belegungspläne von Adapter und Decoder geben da leicht Aufschluß über die unterstützten Funktionen. Wie gesagt, PluX ist da (noch) sehr Fehlertolerant. Es klappt eventuell nicht, aber es geht auch nichts kaputt.

      Mit freundlichen Modellbahnergrüßen
      Thomas
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