E) Bahnamtliche Einordnung und Entwicklung - Betriebsmittel - Güterwagen

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    • E) Bahnamtliche Einordnung und Entwicklung - Betriebsmittel - Güterwagen

      Tach nochmal,

      hier die Güterwagen.

      12.c.) Betriebsmittel – Güterwagen

      Vorab ein Film zum EUROP-Verkehr 1964.


      Im Bereich der Direktion Essen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg noch rund 12.000 dienstfähige offene Güterwagen, sowie knapp 7000 gedeckte und sonstige Güterwagen in dienstfähigem Zustand aufgefunden.
      Bedingt durch die besonderen Transportaufgaben im Ruhrgebiet waren hier schon immer Güterwagen anzutreffen, die sich im restlichen Bundesgebiet nur spärlich oder nicht in dieser „Häufung“ fanden. So konnten vor allem O- und OOt-Wagen für den Kohle-, Koks- und Erzverkehr im Ruhrgebiet beobachtet werden, welche erst wenige Wochen zuvor in Dienst gestellt wurden oder nur in Ganzzügen in Kohlependel eingesetzt waren.
      Dies traf z.B. für den Ommu 56 zu. Auf dieser Aufnahme von Herbert Schambach - auf den Seiten der Bundesbahnzeit von Ulrich Budde zu sehen - läuft ein solcher Wagen über den Ablaufberg Ost in Bochum-Dahlhausen.

      Dies gilt auch den bald nach Erscheinen bei der DB im Ruhrgebiet nachzuweisenden neuen Omm 52.

      In einem DSO-Bericht, in dem von OO 40 in Ganzzügen als Kohlependel berichtet wird, sind diese besonderen Fahrzeuge im Ruhrgebiet im Einsatz.

      Sowohl die OOtz 43 (293 Stück bei der DB vorhanden), als auch OOtz 44 (42 Stück bei der DB vorhanden) waren in den Erzzügen anzutreffen. Eine Aufnahme mit einem Pärchen OOtz 43 ist im EK-Buch über das Bw Bochum-Dahlhausen zu sehen.

      Das eben geschriebene traf auch auf einen Teil der 1948 und 1949 von der Bahn gekauften insgesamt rund 26.000 amerikanischen Kriegsgüterwagen zu. Vor allem die SSkm 49, hier 1959 vor der Kulisse der HOAG Hüttenwerke in Oberhausen, aber auch die Owp 09, wurden auch im Ruhrgebiet zum Transport von Kohle oder Stahlerzeugnissen benötigt und eingesetzt.
      Gut, die SSkm 49 wurden auch zum Autotransport genutzt.
      Im 1954 aufkommenden Coil-Verkehr für den Bandstahltransport wurden auf die vorhandenen SSkm 49 Transportgestelle aufgebaut. Dabei konnte in insgesamt sieben Mulden jeweils in der Mulde über den Drehgestellen bis zu drei (!) schmale Coils nebeneinander liegen, dazwischen jeweils nur ein breiterer Coil je Mulde. Hierbei ist anzumerken, dass die Coils damals andere Abmessungen hatten.

      1953 wurden 165 vierachsige Kesselwagen EKW 49 in KKd 49 umgebaut. Bald danach erschienen die Wagen auch im Ruhrgebiet im Verkehr zwischen Kalkwerken und den Hütten.

      Seit ca. 1951 setzte die DB im Güterverkehr auch auf den „Haus-zu-Haus“-Verkehr mit pa-Behältern, bereits 1952 ist er im Ruhrgebiet nachweisbar. Zum Einsatz kamen aus alten G-Wagen (G 10 und Glms 31) umgebaute Wagen der Bauarten BT 10, BThs 30 oder der Rmmso/BTms 33 (alle dreiständig). Neu entwickelte Wagen der Typen BTs 50, die daraus entstandene Doppeleinheit BTmms 51, sowie BTms 55 (vierständig) und BTmms 58 (fünfständig) vervollständigten das Angebot. Die DB hatte 1960 9700 offene, 8675 geschlossene und 425 Flüssigkeitsbehälter (inklusive der Zement-Doppelbehälter) im Bestand.

      Die gerne zum Transport von witterungsempfindlichen Feinblechen genutzten Schiebedachwagen der Typen Kmmks 51 (ab 1949 gebaut) oder Kmmkfs 52 (später Kmmfks 52; ab 1955 gebaut) tauchten schnell im Ruhrgebiet auf. Bereits 1951 sind sie im Aw Witten anzutreffen gewesen. 1955 waren Kmmkfs 52 z.B. im Bahnhof Hagen-Kabel beheimatet und 1960 fuhren Kmmks 51/Kmmfks 52 im Ruhrgebiet schon in größeren Gruppen in Güterzügen, hier von Dortmund Rbf ausfahrend.

      Im neu eingeführten Huckepack-Verkehr kamen anfangs Rungenwagen, wie z.B. der Rlmms 56 oder der Rmmso 33 zum Einsatz. Ende der 1950er Jahre wurden u.a. neuentwickelte Wagen wie der Btfs-57 (fünfgliedriger Niederflurwagen),der SSis 01 (viergliedriger Niederflurwagen) oder der SSis-60
      (Serienausführung), dies ist ein zweigliedriger Wippenwagen, eingesetzt. Sie waren möglicherweise auch im Ruhrgebiet im Einsatz.
      Für 1967 sind folgende Zugverbindungen mit Huckepack-Wagen nachweisbar:
      De 5122 Hamburg Hgbf – Wanne-Eickel Hbf
      Sg 5570 B Gelsenkirchen Hbf – München-Laim
      Sg 5571 B München-Laim – Gelsenkirchen Hbf
      Sg 5572 Hamburg-Rothenburgsort – Köln Gereon
      Ne 25570 B Duisburg Hbf – Duisburg-Wedau für Sg 5570
      Ne 25571 B Duisburg-Wedau – Duisburg Hbf aus Sg 5571

      1956 kamen die neu entwickelten Güterzugbegleitwagen vom Typ Pwghs 54 auf. Der mit BZA-Nummer 184 beschriftete Versuchs-Packwagen war in einem festen Umlauf zwischen Wanne-Eickel und Hamburg-Eidelstedt eingesetzt. Er durfte nur in Eilgüterzügen zwischen diesen Endbahnhöfen verkehren, worauf das rote E hinweist. Ab 1957 wurden die Wagen in Serie gebaut.

      Soweit die beiden Teile zu den Personen- und Güterwagen. Einige der aufgeführten Fahrzeuge verschwanden schnell von den Gleisen, andere kamen erst neu hinzu. Mir kam es deshalb nicht auf eine vollständige Übersicht an, sondern ich wollte aufzeigen, was im Ruhrgebiet in den Jahren 1945 bis 1965 -noch oder schon- anzutreffen war.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …