Back to the roots – Ilfeld 2017

  • Moin zusammen,


    am vergangenen Wochenende fand ein Vier-Tage-FREMO-Treffen in Ilfeld statt. Als ich mich angemeldet habe war das Treffen nur als H0m-Fahr-Treffen mit zwei Ausflügen zum „Mittelbau Dora“ und ins „IFA-Museum“ in Nordhausen ausgeschrieben. Im Vorfeld wurde mir jedoch mitgeteilt, dass auch die Regelspur vertreten sein würde….


    Also habe ich gleich auch mal vollmundig Güterwagen und Lokomotiven „angemeldet“. Die Lokomotiven, teilweise noch im Bauzustand, waren nicht so das Problem, aber die Güterwagenanmeldung entwickelte sich zu einer wahren Herausforderung. Für das Treffen hatte ich mir vorgenommen 25 Wagen einsatzbereit zu haben. Mit dem gesamten Umfang eben: Fleischmann-Kupplung, Höhenjustierung, RP-25-Radsätze, Betriebsverschmutzung, Wagenkarte. Das volle FREMO-Programm eben. Daraus wurden dann vier Tage Vollbeschäftigung. Ich habe dann auch alles fertig bekommen, bis auf die äußerliche Verschmutzung der Wagen - die muss ich noch mal „neu lernen“. Nach gut 10 Jahren ist die Technik wohl doch ein wenig eingerostet gewesen, ich war überhaupt nicht zufrieden mit den Ergebnissen. :cursing: Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen, das wird schon.


    Freitag war Aufbau in einem kleinen Hotel in Ilfeld/Harz. Zwei und ein halber Raum (von drei zu nutzenden) wurden mit einem riesigen Schmalspurarrangement belegt, der verbleibende halbe Raum wurde von den Regelspurern beansprucht. Überraschung gleich schon am Anfang: da wurde eine Strecke im Einschnitt aufgebaut, die mir irgendwie bekannt vorkam. Und richtig, die hatte ich mal gebaut und vor gut 15 Jahren an den Niederrhein verkauft. Wie das Leben so spielt.
    "Meine" alte Modulgruppe :


    Der Aufbau zog sich am Freitag noch bis gut 22:00 Uhr hin, ein Fahrplan wurde nicht mehr gefahren.
    Saal im Aufbau
    Saal im Aufbau


    Im Schmalspurarrangement waren mit ganz wenigen Ausnahmen nur gut durchgestaltete Module zu sehen. So unter anderem der Bf Insfeld, der Anschl Spiegelholz oder der Bf Goyatz. Aber auch bei den Streckenmodulen waren schöne Stücke dabei. Unter anderem eine fein gestaltete lange Steinbogenbrücke, eine holländische Ortsdurchfahrt mit Hp mitten im Ort, und, und, und. Auf drei Ästen, je einmal Harz, Sachsen, Holland, fand der umfangreiche Betrieb statt, der auf 8 Zugmannschaften und einen Zugleiter ausgelegt war... Letztlich bin ich nicht wirklich dazu gekommen, mich mit diesem Teil des Treffens intensiver zu beschäftigen, denn ich wollte ja bei der Regelspur fahren…. Trotzdem hier ein paar Bilder
    Holland1


    Holland 2


    Brücke


    Spiegelholz


    Ortsdurchfahrt, Marktplatz


    Klar, mein Hauptinteresse lag dann natürlich auf der Regelspur, weshalb ich diese hier etwas genauer wiedergebe. Schließlich durfte ich hier fleißig mitfahren.


    Die Regelspur führte vom Schattenbahnhof „Winterswijk“ über „Lichtenberg“, die „Tonwerke Kannebecker“ und den Abzweig „Werste“ nach „Michelsheim“.
    Rechte Seite, hier von "Winterswijk" (im Hintergrund), Lichtenberg und die Tonwerke rechts bis vor den Abzweig (Vordergrund). In der Mitte der Ast nach "Steinbergen" mit dem vorgelagerten "Sägewerk Lange".


    Rechte Seite, hier vom Abzweig "Werste" im Vordergrund über "Michelsheim" bis "Katterbach" im Hintergrund (letzte graues Modulgruppe).


    Von "Michelsheim" aus wurde noch „Katterbach“ angefahren. In diesem Bahnhof fand die Übergabe auf H0m statt, die Rangieraufgaben umfassten auch das Aufrollen auf die Rollwagen. Eine echte Geduldsaufgabe für beide Seiten.
    Über den Abzweig „Werste“ wurden das „Sägewerk Lange“ und „Steinbergen“ erreicht.


    Bis auf die Tonwerke waren alle Module gut durchgestaltet. Ein Modul -passend in „meine“ Epoche 3a- war eine Beton-Bogenbrücke, im Zweiten Weltkrieg zerstört und behelfsmäßig wieder aufgebaut. DIE Fotostelle überhaupt. Aber auch der Bü hinter dem Abzweig „Werste“ hatte seinen Charme.
    Brücke. Sie lag in einem Bogen und war mit Überhöhung gebaut! Einfach klasse und eine schöne La (Langsamfahrstelle) vor und nach "Winterswijk".
    Brücke, andere Seite
    Bü (Bahnübergang) "Werste" mit VT 95 als Pto aus "Steinbergen".


    Der ambitionierte Fahrplan wurde im Zugleitbetrieb vorbildorientiert durchgeführt. Hierzu zählte die "Schlüsselorgie" in den Tonwerken und die hiesige Zustellung der Kmmks 51 mit einer funktionierenden Spillanlage (!) genauso, wie die korrekten Zugmeldungen zwischen "Winterswijk" und "Michelsheim". Gefahren wurde nach Vorschriften von 1962 mit P, Pb und Pto, Ng, Üb, Gag, Lpaz und Lgg*1.
    Der Fahrplan sah eine Vielzahl von Personenzügen, teils mit Eilgüterwagen ausgelastet, 6 Nahgüterzüge, 1 Tonpendel und diverse Übergaben vor. Ausgelegt auf drei Zugmannschaften und einen, besser zwei Bahnhofsbediener. Am Samstag konnte der Fahrplan, der sehr ruhig bei 1:3 bis 1:4 gefahren wurde*2- mit dem üblichen anfänglichen „Ruckeln“ durchgeführt werden. Der Schattenbahnhof „Winterswijk“ und der Bf Michelsheim waren mit Personal besetzt, das Zugpersonal wurde manchmal auch „fliegend“ eingeteilt („Hast Du Zeit? Möchtest Du einen Fahrplan fahren? – Dann – bitte!“…).


    *1 P = Personenzug; Pb = Berufs-Personenzug; Pto = Personenzug aus Triebwagen; Üb = Übergabe; Lpaz = Lokomotiv-Leerfahrt mit Gepäckwagen: Lgg = Güterwagenleerzug aus geschlossenen Güterwagen
    *2 1:3 = 20 Minuten Echtzeit für 1 Stunde Fahrplan, 1:4 = 15 Minuten Echtzeit für 1 Stunde Fahrplan


    Hier ein paar Fahrbilder:
    64 Einfahrt Michelsheim
    Angestrengtes Rangieren
    Lokbegegnung in "Michelsheim"


    Am Sonntag war deutlich weniger Personal vorhanden, hier wurde der Fahrplan mit nur zwei, zum Schluss nur einer Zugmannschaft, gefahren. Am Montag haben nur noch zwei Mann das Arrangement befahren, weniger nach dem starren Fahrplan, aber in einer angenäherten Reihenfolge des Zugfahrplans. Die absehbar letzten Züge wurden als Abräumzüge genutzt, was zu ansehnlich langen Güterzügen führte.
    Es waren – auch ohne meine Fahrzeuge – ausreichend viele Lokomotiven, Triebwagen, Güter- und Personenwagen vorhanden. Hier mal der übliche Lokvorrat im Schattenbf "Winterswijk"


    Wagenmangel kam auf der Regelspur zu keiner Zeit auf. Erstaunt konnte festgestellt werden, wie viele Güterwagen dieses Arrangement schluckte, obwohl maximal 13 Güterwagen auf dem Schmalspurarrangement unterwegs waren… Es zeigte sich einmal mehr, dass Güterwagen ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste, Bestandteil im FREMO-Betrieb sind.


    Bedingt durch die Abwesenheit eines Teils der Teilnehmer durch die eingeschobenen Besichtigungen konnten nur zwei Fahrpläne komplett durchgespielt werden – leider möchte ich aus Betriebssicht sagen.
    Natürlich wünscht man sich mehr Fahrplansessions, aber aus der Erfahrung weiß ich, dass dies eben nicht immer geht. Daran haben eben nicht immer die Teilnehmer oder Planer Schuld, manchmal ist es auch die Technik oder schlicht die nicht zu beeinflussende Verkehrssituation. Und die Ausflüge gehör(t)en auch zu FREMO-Treffen, auch wenn dies heute nur sehr selten praktiziert wird.


    Und noch ein paar Impressionen:
    Rangieren in Lichtenberg

    50 1431 auf DER (Foto-) Brücke

    Eine 52 in der Michelsheimer Lokstation


    Der Schattenbahnhof teilweise vorbereitet, zu Beginn der ersten Fahrplansession. Er wuchs im Laufe des ersten Fahrplanes auf das dreifache (!) an.

    Blick auf Steinbergen


    Mein persönliches Fazit:
    Es war ein wirklich hervorragendes, ruhiges und herzliches Treffen. So wie vor 25 Jahren, als ich im Verein anfing, jeder hilft jedem, man lernt ruhig Neulinge an, keine Hektik. Es soll Spaß machen, man möchte Spaß haben und mit einem guten (Glücks-?) Gefühl nach Hause fahren. Manches von diesem „Feeling“ stände heute dem einen oder anderen Treffen gut zu Gesicht – am Treffenwochenende selbst, aber auch schon vorher. Vor allem im Umgang untereinander.
    Ich bin jedenfalls zufrieden und glücklich heimgefahren, ich habe neue Leute kennen und schätzen gelernt. Hieraus werden sich sicherlich für den hiesigen, schmalspurorientierten Stammtisch, neue Impulse in Richtung Regelspur und gemeinsames, themenbezogenes Basteln ergeben. Ein Anfang wurde auf dem Treffen bereits vereinbart. Deshalb: Man sieht sich wieder, beim Stammtisch, beim Basteln oder spätestens auf dem H0/H0m-Treffen 2018.


    Herzlichen Dank an die Ausrichter und ebenso
    herzliche Grüße
    Andreas B.

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

    2 Mal editiert, zuletzt von Andreas B ()

  • Andreas, danke für den Bericht! Als stiller Mitleser in der H0m-Gruppe habe ich die Vorbereitungen umfänglich mitbekommen und kann von daher bestätigen, dass es sich um einen angenehm unaufgeregten Klan handelt. :thumbup:


    Wird Zeit, dass ich mal wieder auf Treffen komme. Lang genug ist es her ...


    Herzliche Grüße!
    Boscho


    PS: 3a ist "deine" Epoche? Da sollten wir mal drüber reden; da gibt es nämlich noch ein paar im FREMO, den Ermel zum Beispiel. Aber das weißt du sicher schon. :D

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)