Abteilung Waggonbau des AW Kolvoerde

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    • Abteilung Waggonbau des AW Kolvoerde

      Moin zusammen,

      lange ging es im AW nicht voran. Das hat sich mit Beginn des neuen Jahres grundlegend geändert. Sowohl bei den Dampflokomotiven, als auch hier in der neuen Abteilung Waggonbau geht es nach den „Werksferien“ nun weiter.

      Lange habe ich überlegt, ob ich den bisher auf den Lokbau spezialisierten Thread Besuch im AW Kolvoerde auch für den Waggonbau nutzen soll, oder aber einen eigenen Thread eröffne. Wie hier zu sehen, habe ich mich für letzteres entschieden. So bleiben alle Baubeschreibungen, eure Anmerkungen, Tipps und Hinweise zum Waggonbau zusammen stehen.

      Beginnen möchte ich mit einem Güterwagen. Allerdings wird es hier auch Beschreibungen von Personenwagenumbauten geben. Nicht immer ist es der „große“ Umbau, manchmal machen auch die kleinen Dinge aus einem alten Wagen ein neues Modell. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch zahlreich beteiligt.

      Der Schnellbausatz – ein Xlm 36 entsteht

      Gestern habe ich von Rainer einen Gmhs 35 von Roco übernehmen können und so für den ebenfalls gestern gelieferten Bausatz des Xlm 36 aus dem AW Lingen ein Fahrwerk gehabt. Vielen Dank an Rainer und Jochen für die schnelle Lieferung.

      Heute hatte ich dann etwas Zeit um den Bausatz anzufangen. Jedoch nach nur drei Stunden stand das fertig gelötete Modell auf seinem neuen Fahrwerk! Ein echter Schnellbausatz eben.

      Zum Bau werden benötigt:
      1x AW Lingen H0 201 Umbausatz Xlm 36
      1x „Bauanleitung“, Ausdruck der Seite awlingen.de/bauteile-des-aw-li…n/201-umbausatz-xlm-36-2/
      1x Roco 46970 Gmhs 35
      1x Gaßner G351 Beschriftung X-Wagen
      1x Weinert 8600 Federpuffer 5,2mm Puffertellerdurchmesser
      1x Weinert 9702 RP 25 Radsätze Roco 24,7mm Spitzenweite

      Bei Bedarf:
      1x Weinert 8603 feindetaillierte Sockelplatten

      Werkzeug:
      Lötkolben
      Lötwasser
      Lötzinn
      Lötunterlage
      Nadelfeile, flach, Hieb 5
      Nadelfeile, flach, Hieb 2
      Nadelfeile, rund, Hieb 5
      Feine Pinzette
      Scharfes Bastelmesser
      Skalpell
      Glashaarradierer
      Alter feiner Pinsel
      Flachzange
      2,3mm Bohrer
      Handbohrhalter


      Bausatzteile

      Der Roco-Wagen wurde demontiert, dabei brechen die Haltenasen für den Aufbau ab. Die Bühne kann durch abziehen der Puffer entfernt werden, auch die Puffer der anderen Seite wurden entfernt. Die Radsätze und die Kurzkupplungskulisse wurden ausgebaut.
      Auf dem Fahrgestell ist der Führungsstift zu entfernen.
      In die Pufferbohle wurden mit der Hand die vorhandenen Bohrungen auf 2,3mm aufgebohrt. Dabei musste auf die nahen Achshalter geachtet werden. Trotzdem muss soweit gebohrt werden, dass sich die Federpuffer später vollständig durchstoßen lassen. Alternativ können natürlich auch nicht durchstoßende Puffer verwendet werden.
      Danach wurde die Pufferbohle glattgefeilt und auf etwa die Hälfte ihrer ursprünglichen Stärke heruntergeschliffen. Abschließend habe ich noch ca. 1mm der Pufferbohlenenden abgeschnitten und geglättet. Dann kann das Fahrgestell beiseitegelegt werden.

      Nun wurde gemäß der Bauanleitung der Wagenkasten aus dem Ätzblech gelöst, gefaltet und an den vier Außenecken zusammengelötet. Im Bereich der „Tür“ wurde jede abgeklappte äußere Langseite an den Wagenboden gelötet. Nun wurden die Eckstützen einzeln aus dem Ätzblech gelöst, mit einer Flachzange neben der rückseitigen Anätzung gepackt und mit den Fingern um 90 Grad umgebogen. Dieses Bauteil wurde nun an eine Wagenecke gelötet, wobei ich nur von oben und von unten einen Lötpunkt gesetzt habe, der vorher mit reichlich Lötwasser benetzt wurde. Entgegen Jochens Anmerkungen in seiner Bauanleitung hat dies hervorragend geklappt. Nun wurden die acht Seitenprofile auf die Langseiten aufgelötet, dann die vier Klappenprofile mit der Nachbildung des Verschlusses. Zum Abschluss wurden noch die vier Profile auf den kurzen Seiten angelötet. Diese Teile werden am besten mit einer Pinzette gehalten.

      Als etwas pfriemelig hat sich das Anlöten der vier Zurrösen erwiesen. Am besten hat es geklappt indem ich die Fläche, auf die die Zurröse gelötet werden sollte, mit Lötwasser benetzt habe, die Öse eingelegt und dann mit wenig Lötzinn aufgelötet habe. Gut, dass von ihr mehr Teile vorhanden sind, als benötigt werden, so kann auch mal eine verloren gehen.

      Ähnlich erging es mir mit den Rangierertritten. Sie können entweder mit einem 0,2mm Messingdraht gestiftet und dann verlötet werden, oder direkt aufgelötet werden. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Dazu habe ich die Tritte am Steg mit Lötzinn überzogen, die Lötfläche am Wagenkasten erneut mit Lötwasser benetzt und dann die Tritte eingelegt und festgelötet.

      Zum Abschluss der Arbeiten bleib noch das Auffüllen der oberen Nut zwischen Wagenkasteninnen- und –außenseite und das abschließende Glätten mit der Feile.


      Nun konnte der Wagenkasten auf das Fahrgestell aufgesetzt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Bohrungen noch einmal nachgearbeitet werden mussten, damit die Federpuffer gerade in ihren Aufnahmen saßen.

      Hier der Wagen von verschiedenen Seiten





      Nun erhält der Wagenkasten noch die Sockelplatten. Hier überlege ich noch, ob ich statt der flachen, geätzten Bauteile des Bausatzes nicht die fein detaillierten (Messing-) Sockelplatten von Weinert verwenden soll. Ich werde das am Wochenende ausprobieren.

      Was dann noch fehlt ist die Spritzlackierung, Beschriftung und Alterung. Das erfolgt jedoch erst, wenn ich eine kleinere Menge Wagen für die Lackierung zusammen habe. Ich werde hier darüber berichten.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Xlm 36 2. Teil

      Moin zusammen,

      So, das Wochenende ist vorüber und ich habe mich mit den Sockelplatten für den Xlm 36 befasst. Hier einmal zum Vergleich je eine aufgelegte Sockelplatte in der Ätzvariante und der Gussvariante. Was sofort ins Auge fällt ist die unterschiedliche Gestaltung der Sockelplatten. Hat Weinert 6 Schrauben dargestellt, so weist das Ätzteil 4 Schrauben auf. Beide Varianten haben sicherlich ihre Berechtigung und die Ätz-Sockelplatten sind nun mal dankenswerterweise schon im Bausatz enthalten.


      Links Ätz-Sockelplatte, rechts Guss-Sockelplatte

      Ich habe mich für die Weinert-Sockelplatten entschieden, sie haben mir einfach besser gefallen. Aber wie sollten die Bauteile am Wagenkasten, respektive der Pufferbohle, angelötet werden?
      Ich bin dabei dann wie folgt vorgegangen:
      - Rückseite der Weinert-Sockelplatten auf einer feinen Feile glätten
      - Rückseite mit Lötwasser bestreichen und mit Lot überziehen
      - Sockelplatte auf eine 2,1mm Bohrer (Schaftseite) aufdrücken
      - Pufferbohle an den Öffnungen für die Puffer mit Lötwasser benetzen
      - Beides durch die Bohrung im Ätzblech hindurch führen, dabei den Bohrer so weit zurückziehen, dass er unterhalb der Oberfläche der
      ..Sockelplatte endet. Gut festhalten.
      - Lötkolben auf Sockelplatte mit leichtem Druck auflegen und Sockelplatte auflöten.

      Bei dieser Prozedur ist sogar ein Nachkorrigieren der sich eventuell verdrehenden Sockelplatte möglich. Mit einer „Nagelprobe“ habe ich den festen Sitz der Sockelplatten noch mal überprüft, hier musste einmal nachgelötet werden.
      Wichtig dabei war jedes Mal das Lötwasser, durch dessen Verwendung das Lot wesentlich schneller und zielgenauer zu verwenden war.

      Anschließend sitzen die Puffer in „feinen“ Sockelplatten.


      Sockelplatten mit Federpuffern, Modell auf dem Fahrgestell

      Die Restarbeiten folgen demnächst.

      Bis dahin herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Umbau in Serie – Pwg pr. 14

      Moin zusammen!

      Der Feind des Guten ist das Bessere!
      Bald wird auch bei mir der neue Brawa Pwg pr. 14 seine Runden drehen können. Ein „richtiger“ Pwg eben, jedenfalls was seine Profilform angeht. Und nach allem was bisher zu hören und zu lesen ist, ist er wohl erstklassig.
      Nun stellte sich die Frage, was mit dem älteren, maßstäblichen und gut detaillierten Fleischmann-Modell gemacht werden soll. Da sich Fleischmann seiner Zeit für die Nachbildung der DR-typischen Strebenanordnung entschieden hatte (sie ist laut Carstens Band 6 für die DB eher selten gewesen) gab es nur zwei Lösungen: Verkaufen oder Umbauen!

      Wer mich kennt, der weiß, dass ich da eher umbaue.
      Bei der DB gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Strebenanordnungen und kein Modellbahnhersteller ist in der Lage, all diese Varianten zu liefern. Hier bleibt nur der Selbstbau. Klar, zukünftig vermutlich auf Basis des Brawa-Wagen, aber heute stelle ich Euch meine „alten“ vor.

      Vorbild
      Der Pwg pr. 14 war DER am häufigsten vertretene Güterzuggepäckwagen in der frühen Epoche 3. Im Miba Band 6 der Güterwagen-Reihe gibt Herr Carstens einen Bestand von etwa 2200 Wagen für das Jahr 1952 an.
      Wenn man sich die Vorbildaufnahmen im Band 6 und im Miba-Report zu den Güterzuggepäckwagen genau anschaut, so sind mehr als ein dutzend Varianten möglich. Genug Stoff also, um „seinen“ Wagen zu finden. Auch für mich….


      Bild 7 auf einen Streich, provisorisch aufs unbearbeitete Fahrgestell gesetzt

      Die neuen U-Profile
      Ursprünglich waren neue U-Profile in Ätz- und Falttechnik geplant, aber das ließ sich nicht verwirklichen. Da die Ätzbleche auch eine Stärke von 0,2 mm gehabt hätten, bin ich auf die Idee gekommen, mir U-Profile aus evergreen-Profilen selbst zu erstellen.
      Genutzt habe ich zwei unterschiedliche Profile, um in etwa die im Carstens Band 6 und im zugehörigen Modellbau-Heft angegebenen 1,30x0,60 mm zu erreichen:
      a) 1x 0,25x0,75 mm für die „Bodenfläche“
      b) 2x 0,25x0,50 mm für die „stehenden“ Profile

      Um auf ca. 1,3mm Breite zu kommen mussten die beiden Profile unter b) neben das Profil a) geklebt werden. Somit wird ein U-Profil mit den theoretischen Abmessungen von 1,25mm x 0,50mm möglich. Beim Nachmessen ergaben sich folgende Werte:
      Breite 1,29mm
      Höhe 0,54mm
      (Wandstärke 0,25mm)
      Das Zusammenkleben erfolgte mit Kunststoffkleber auf einem Pappstreifen, Profil für Profil mit einer kurzen Trockenzeit von ca. 10 Minuten zwischen den Arbeitsgängen.

      Nachdem das zweite Profil angeklebt war, wurde eine 24-stündige Pause eingelegt, in der das neue U-Profil gründlich aushärten konnte. Modellbau ist eben auch immer ein wenig zeitintensiv…

      Aus eigener Erfahrung, für jeden der es nachbauen möchte:
      Bitte nach dem Klebevorgang das Profil unverzüglich -bei noch weichem Kleber- vom Pappstreifen trennen (am besten mit einem Skalpell)! Sonst geht es beim späteren Trennversuch zu Bruch oder wird so verbogen, dass es nicht mehr nutzbar ist!

      Jetzt hat man zum Preis von etwa 2 € ein fast maßstäbliches, 36cm langes, U-Profil vor sich liegen. Das Profil lässt beide Einbauvarianten zu: mit liegendem oder stehendem U-Profil an den Seitenwänden. Somit sind auch alle Vorbildvarianten möglich. Mit 36 cm lassen sich (mindestens) zwei Fleischmann-Pwg umbauen.

      Natürlich verstreicht die Wartezeit nicht ungenutzt! Also werden die Wagen zerlegt und vorbereitet.
      Wagen zerlegen
      Dach nach oben abziehen, Fenstereinsatz herausnehmen. Rastnasen des Fahrgestells –dies sind die breiten (gelb) im Wagenkasten- von oben mit einer breiten Pinzette zusammendrücken und nach unten drücken, dann fällt das Fahrwerk von alleine ab. Bei Entnahme der Radsätze fallen die beiden Achshalterbleche heraus und die Kurzkupplungskulisse hat keinen Halt mehr. Auf die Feder der Kurzkupplungskulisse achten, die verabschiedet sich dann gerne...

      Die Spritzlinge mit den Tür- und Laderaumtritten –dies sind die schmalen (rot) im Wagenkasten-ebenfalls mit einer feinen Pinzette zusammendrücken und abklipsen. Sie werden weiterverwendet.
      Die Laderaumtüren und die Trennwand zum Zugführerabteil fallen von alleine heraus.

      Bild Rastnasen

      Wagenkasten vorbereiten
      Um das Fleischmann-Modell in einen DB-Wagen zu verwandeln sind in den meisten Fällen alle angespritzten Profile abzutragen und der Wagenkasten gründlich zu glätten. Ferner sind die Türen für die Signalmittel für manche Variante zu entfernen. Alle Griffstangen sind abzutrennen/abzuschaben. Alle Tritte an der Laderaum-Stirnwand können abgetragen werden (ich habe darauf verzichtet).
      Nun müssen alle Bretterfugen nachgezogen werden. Dies ist keine wirklich schöne Aufgabe, die auch nur zu mäßigen Erfolgen führt, egal wie man vorgeht. Aber ich kann damit leben, aus der FREMO-üblichen Entfernung sind kleinere Ungenauigkeiten ja nicht mehr wahrnehmbar. Bilder zu den Arbeiten am Wagenkasten gibt es reichlich in der genannten Literatur.

      Wagenkasten neu aufbauen
      Zuerst werden die Eckverstärkungen aus Papierstreifen ausgeschnitten und in Sekundenkleber getränkt. Danke an Andreas S. für den Tipp! Die Maße sind dem Miba Report +Güterzuggepäckwagen+ zu entnehmen.
      Dann werden die vorbereiteten Profile je nach gewähltem Vorbild angeklebt. Gründlich aushärten lassen und dann die Endbereiche der Profile mit wenigen Feilenstrichen leicht abschrägen. Neue Tritte an der Laderaumstirnwand kommen bei Bedarf von Weinert-Modellbau oder werden selber angefertigt.

      Eventuell ist im Wagenkasten das Toilettenfenster zu versetzen, das nicht gebrauchte Fenster zu schließen und neue Bretterfugen einzuritzen.

      Sollte das Vorbild Fenster in den Laderaumtüren aufweisen, so müssen diese entsprechend frei gelegt werden. Die Fenster hat Fleischmann schon vorbereitet :D , indem sie von innen die Position und die Abmessungen des Fensters durch eine Vertiefung im Spritzling angezeigt haben. Also ganz vorsichtig bis kurz vor den Rand heranarbeiten, den Rest erledigt eine feine Feile. Um den Fensterrahmen nachzubilden könnte der geätzte Rahmen von Krüger-Modellbau eingesetzt werden. Aber bei dem Bausatz fallen mir zu viele nicht benötigte Bauteile ab, weshalb ich den Rahmen aus dünnen Polystyrolstreifen selber angefertigt habe.

      Hier mal die Wagen mit Dachkanzel im Einzelnen, Bauzustand heute:

      118 641 links 132 365 rechts

      130 456 links 120 086 rechts

      123 854
      Die Wagenkästen erhalten noch die Weinert Signalstützen und neue Griffstangen aus 0,3mm.

      Hat das gewählte Vorbild keine Dachkanzel mehr, so ist die Stirnwand des Zugführerabteils zu kürzen. Um das Dach aufsetzen zu können, muss die Stirnwand nun der Kontur des Daches angepasst werden.
      Mein Vorgehen ist vergleichsweise „grob“: Das flache Dach wird von innen an die Stirnwand mit der Erhöhung der Dachkanzel herangeschoben. Mit dem Skalpell wird oberhalb eine feine Linie gezogen. Nun eine weitere Linie in etwa 1mm Abstand zur Ersten einritzen. Bis dahin wird das Material nun weggeschnitzt.
      Zum Abschluss die Feinarbeiten: Mehrfach das flache Dach anhalten und solange befeilen, bis unterhalb des Daches ein etwa 0,5 mm breiter Spalt entsteht. Auf die Stirnwand nun einen 0,5x1,0 mm Polystyrolstreifen kleben.

      Bild Stirnwand Zugführerseite

      Bei dieser Variante ist noch die Seitenkanzel einzusetzen, so sie das Vorbild hatte. Das Bauteil gibt es von Weinert-Modellbau. Es ist so einzupassen, dass der Erker nicht in eines der neuen Profile hineinragt.
      Der 118 519 hatte keine Erker, der 123 425 (links) erhält sie noch.

      Bild 123 425 links 118 519 rechts

      Dachumbau
      Hat der Wagen noch seine Dachkanzel behalten, so ist das Dach nur glatt zu schleifen (sofern keine Gasbeleuchtung mehr vorhanden ist). Das vorhandene Ofenrohr bleibt erhalten und wird neu eingesetzt.

      Sollte das Dach keine Kanzel mehr besitzen, so ist diese vom Dach abzutrennen. Leider ist das Modell bei Fleischmann nicht mehr erhältlich, weshalb auch keine Ersatzdächer zur Verfügung standen.
      Die fehlende Dachfläche habe ich deshalb durch eine 0,5 mm dicke Polystyrolplatte ersetzt. Sie wurde in heißem Wasser gebadet und dann über ein Rohr mit 15mm Durchmesser in Form gebogen (mein Fön (Tipp aus Miba Report Güterzuggepäckwagen) ist dafür zu schwach).
      Bei einem Modell habe ich zusätzliche Träger unter das Dach geklebt, die der Dachrundung angepasst sind. Das mache ich vielleicht auch noch beim zweiten Dach....
      Fehlende Rundungen –vor allem an den Außenkanten wurden „kaltverformt“ (kräftig zwischen den Fingern biegen). Die Klebeverbindungen wurde mit einem dünnen Streifen Polystyrol von innen verstärkt, etwaige Unebenheiten mit Revell-Plasto aufgefüllt, aushärten gelassen und verschliffen.

      Bild umgebaute Dächer

      Soweit für heute. Ich hoffe es hat gefallen.
      Ach ja, bis hierhin hat es für alle Wagen 3 Tage gebraucht (ohne Wartezeit), also ein Wagen ist vielleicht eine Feierabendbastelei!?

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Moin Andreas,

      vielen Dank für Deinen Bericht zu den Packwagen. Der kam gerade passend, denn ich habe meinen Fleischmann-Wagen zerlegt und begonnen, die Griffstangen u.a.m. zu entfernen. Er wird ein Waggon mit Flachdach und ich knobelte gerade, ob ich diese Profile in Papier bauen wollte...
      Mal sehen, wie es da weiter geht.

      Der Waggon von Brawa ist jedenfalls ausgezeichnet, Lars-Christian Uhlig hat an anderer Stelle darauf hingewiesen, daß an der Stirnseite Steckdosen anzubringen sind. Gibt's bei Weinert im 10er Pack (9036), oder bei Crottendorf (670067).
      Die guten alten Beiträge bei EMB kennst Du?

      Beste Grüße


      Wolfgang
      Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!
    • Moin zusammen.

      vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

      @Michael R
      Na klar werden wir die Wagen in etlichen Ng's testen, mal sehen, wann das klappt. :thumbsup:

      @Lutz K
      Na ich hoffe doch, keine Phrasen gedroschen zu haben ;) . Deinen Tipp mit der Dreipunktlagerung werde ich umsetzen, den finde ich richtig gut.

      @Wolfgang So
      Ja, die EMB-Hefte liegen hier bei mir und waren, neben den Miba-Veröffentlichungen, eine Grundlage.

      Heute haben die Wagenkästen ihre Griffstangen bekommen, jetzt geht es an die Fahrwerke. Low Cost, sie werden weitestgehend so bleiben, bekommen nur ein wenig "Kosmetik" (Kupplergriffe etc.).

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Fahrgestell des Pwg - ein Versuch

      Moin zusammen,

      ich hatte mal wieder etwas Wartezeit im 1:1 Projekt... Also Zeit zum Basteln an den Fahrwerken.

      Die Wagenkästen hatten wir ja fast fertig.
      Hinzu gekommen sind die diversen Griffstangen aus 0,3mm Messingdraht und die geraden Signalstützen von Weinert.

      Fahrwerk umbauen
      Fangen wir mit der „Dreipunktlagerung“ an. Irgendwie ist das bei mir nicht so ganz gelungen. Theoretisch sollte die Achslagerbrücke nach dem Wegschleifen der Auflagen im Wagenkasten und den Zentrierstiften am Fahrwerk ein wenig wippen können. Tut sie aber nicht, die Klemmwirkung zwischen Aufbau und Fahrgestell verhindert dies zuverlässig. Ich habe es daraufhin bei den anderen Wagen sein gelassen. Aber vielleicht habe ich ja auch etwas nicht richtig bearbeitet?!

      Der Gasbehälter kann abgezogen werden, er wandert in die Bastelkiste (wenn er nicht mehr gebraucht wird). Seine Aufnahmestifte wurden mit einem Seitenschneider abgeknipst und mit einem Fräser bis auf den Wagenboden abgetragen.

      Beim ersten Fahrgestell habe ich die Puffer abgesägt, die Mitten angekörnt und mit 2,2mm vorsichtig aufgebohrt. Damit der Bohrer nicht verläuft –die Bodenplatte liegt mittig in der Pufferbohle- wurde zuvor hinter den Puffern mit einem Fräser eine Öffnung im Boden geschaffen. Dann wurde die Pufferbohle glatt geschliffen. Neue Federpuffer werden nun mit geätzten Sockelplatten eingeklebt.

      Bei diesem Fahrgestell habe ich mich auch auf andere Verfeinerungen konzentriert.
      Ich habe hier erstmals das Bremsgestänge eingebaut. Die Bremsklötze wurden an der Stelle durchbohrt, wo die Bremsgestänge-Halterung angedeutet ist. Dazu wurde mit einem Skalpell eine glatte Fläche geschaffen, diese angekörnt und mit einem 0,5 mm Bohrer aufgebohrt. Anschließend wurde ein 21 mm langer, 0,5 mm starker, Messingdraht eingefädelt und verklebt. Dann wurden noch die Bremsfangbügel aus 0,25x0,5 mm Polystyrolstreifen eingebaut. Eine echte Herausforderung, die mit Blechstreifen sicher besser gegangen wäre. Zur Aufnahme wurde ein 0,8 mm Loch in die Bodenplatte gebohrt. Geklebt wurde mit Kunststoffkleber von Revell. Die Bremsfangbügel wurden nur an den inneren Bremsgestängen angesetzt, außen steht dem die Beweglichkeit der Kurzkupplungskulisse im Weg. Ich habe deshalb darauf verzichtet.
      Anmerkung:
      Ein so ausgestattetes Fahrwerk kann nur noch mit RP25-Radsätzen betrieben werden!

      Des Weiteren wurden die Kupplergriffe unter den Puffern angebracht. Dazu wurden 0,3mm Löcher in die Pufferbohle gebohrt.

      Als Abschluss wurden noch die Lösezüge eingesetzt. Dafür wurde die Spitze des Bremsventils mit einem 0,5 mm Bohrer durchbohrt. Mit 0,3mm wurde in jede Rahmenwange in der Flucht zum Bremsventil eine Bohrung eingebracht. Dann wurden Lösezüge von Weinert eingebaut. Die „Hängeeisen“ wurden in die Rahmen geklebt, die eigentlichen Lösezüge wurden in die Bohrung im Bremsventil einzeln eingefädelt und hinter dem Ventil in der Länge gekürzt. Nun wurden beide Züge mit Sekundenkleber in das Ventil und auf die „Hängeeisen“ geklebt.

      Und so sieht das dann von unten aus:

      Fahrgestell von unten, noch nicht alles gerade gerichtet, aber man sieht was möglich ist.
      Okay, jetzt ist der Weg zum Einbau einer Originalbügelkupplung (OBK) von Michael Weinert denn doch nicht mehr weit.

      Ursprünglich war geplant, alle Fahrgestelle so auszustatten. Allerdings ist der Zeitaufwand je Fahrgestell so hoch, dass hier für mich der Nutzen (also nur die gute Optik) in keinem Verhältnis zum Mehrgewinn steht. Wer schaut schon ständig unter seinen Wagen und nur um zu wissen das es da ist....
      Ehrlich gesagt ist das zurzeit nicht mein Weg. Es bleibt also bei dem einen Versuch. Aber man soll ja nie „nie“ sagen…

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andreas B ()

    • Neu

      Hallo Andreas,

      bei meinen Wagen sind die orignalen GFN Speichenräder gegen Roco Scheibenräder ausgetauscht worden. Die Achslänge ist hier, so glaube ich noch zu wissen, 24,0mm und die Blechachshalter sind unten etwas mehr als nötig zusammengedrückt. Dadurch sitzen die Achsspitzen genau in der Mitte der kegeligen Vertiefung.
      Dann wird die Blindachslagerhalterung zur Wippe. Sonst hann man etwas mit der Feile nachhelfen.
      Der stehengebliebene mittlere Steg ist ein klein wenig mit der Feile in der Höhe reduziert worden, damit die Klemmwirkung aufgehoben wird.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Neu

      Hallo Lutz,

      herzlichen Dank für die Informationen. Ich werde mal die kürzeren RP-25 Radsätze probieren und die restlichen Feilarbeiten durchführen. Mal sehen was passiert. Ich halte euch auf dem Laufenden.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Neu

      Hallo Andreas,
      der Flachwagen begeistert mich- leider nicht so richtig für Reichsbahns...
      Bei den Packwagen legst Du sso richtig vor- schön daß Du wieder alle möglichen und unmöglichen Varianten zeigst. Werde mich an dieser Stelle auch schaffen (müssen)- es oxidieren in der Bastelkiste bestimmt derer zehn. Aber erstmal müssen jede Menge Profile von Evergreen erworben werden...

      Die Diskussion wegen der Dreipunktlagerung kann ich so nicht unbedingt nachvollziehen. Versuchsweise habe ich einige PIKO-Wagen mit niedrigen Spurkränzen ausgestattet. Mit den spitzengelagerten Radsätzen laufen sie sogar beim Teppichbahning störungsfrei.


      Viele Grüße
      Christian