Ziegelwiesenkai, Stückgutumschlag im Hafen

  • Ihr habt es vielleicht erahnt, die Betonbeiträge im Forum haben mich endlich inspiriert, meine Erfahrungen hier zu dokumentieren. Auch ich bin durch die neue Bibel des Nouallier inspiriert worden. Interessanterweise hatte ich die Platten schon länger verwendet, u.a. auch auf dem ersten Ziegelwiesenkai. Auf die Idee, die obere Papierschicht abzuziehen und das Material dann weiterzuverarbeiten bin ich aber nie gekommen.


    Nach langer Suche und viel probieren habe ich nun "meine" Betonoberfläche gefunden. Ich habe die Platten allerdings nicht einzeln verlegt, sondern größere Flächen verlegt und die Fugen dann "Platte für Platte" eingeritzt. Die dadurch entstehende Ungleichmäßigkeit empfinde ich bei meiner Kaifläche realistischer als eine ebenfalls getestete Einzelverlegung. Nach dem Fugenritzen wurde dann Heki Strassenfarbe Beton unverdünnt aufgetragen. Dadurch ist das ganze auch sehr stabil geworden. Trotzdem kann immer noch nachbearbeitet und Beschädigungen nachgebildet werden.
    Nächster Schritt ist das farbliche Nachbehandeln und das "einschlemmen" von Fugensand. Und dann noch weitere vier Segmente genauso behandeln :S


    Das (recht schlichte) Segment im Überblick:


    Und zwei Aufnahmen "von schräg". Auffallend sind aus der Vogelperspektive die unterschiedlichen Fugenbreiten. Aus der Nähe und "in Echt" betrachtet empfinde ich die schmalen Fugen als realistischer. Mal sehen, wie das nach dem Einfügen von Fugensand aussieht.



    Durch die Unterkonstruktion und mangelnde Unterfütterung sind an ein paar Stellen Absackungen aufgetreten. Das ist durchaus realsitisch, auch im echten Hafen senkt sich der Boden durch die hohe Belastung.Insbesondere dann, wenn der Boden aufgeschüttet ist, muss regelmäßig nachgebessert werden. Selbstverständlich ist das auf dem Segment so gewollt :whistling:
    Ich werde an den Stellen entsprechende Hinweise anbringen (Flatterband oder Hütchen).


    Der Prellboch stammt von Krüger-Modellbau. Dafür, dass das mein erstes gelötetes Blechmodell (0,1mm Neusiberblech) ist, bin ich sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis.


    Zum Abschluß noch zweinmal "Beton". Einmal pur und einmal mit Fahrzeugen zum Größenvergleich. Bei diesem Licht kommt die Wirkung m.E. sehr gut rüber, ich bin immer noch Begeistert von dem bisherigen (Zwischen-) Ergebnis.



    Der Kohlenlaster ist ein Hanomag von Brekina, nach einem Vorbildfoto modifiziert (Schutzbleche hinten weg, doppelte Erhöhung der Bordwände.
    Die Feuerwehr ist das m.E. grandiose neue Modell von Heico, welches bei diesem tiefen Licht allerdings etwas durchscheinend ist ...


    Außerdem möchte ich mich bei Jürgen noch einmal für seine "Drecksarbeit" an den beiden Lokomotiven bedanken. Auf den Aufnahmen sprechen sie m.E. für sich.

  • Klasse Story, Thorsten.
    Wie ich feststelle, greift das Nouaillier-Fieber 8o um sich. Die Licht-Farb-Schattenwirkung auf dem vorletzten Bild gefällt mir außerordentlich gut.
    Gruß Rainer :thumbup:

    Kleinreuth-Nord-Logo-supersmall.jpg


    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Sehr schick......vorallem die defekten Platten sehen einfach top aus...


    wenn die Fugen gefüllt werden, bin ich gespannt wie es gemacht wird und vorallem welcher Leim da ich das Probleme habe das Platten den Leim aufsaugen und glänzend aussehen ..die farblich Behandlung wird bestimmt Bombe!


    liebe grûße Rico

    ooohhrr ischh wer Blöde dat ist Hnulll, mit liebe zum Detail.

  • Hallo Thorsten,


    spannender Einstieg, nette Geschichte und schon mal klasse Umsetzung. Das weiss zu gefallen.
    Die uneingeschränkte Aufmerksamkeit ist dir sicher und bohrende Fragen werden nach den ersten Eigenversuchen kommen.
    Es macht mal wieder richtig Spass hier bei den neuen praktischen Beiträgen und animiert und spornt mich an.
    Danke.


    Nettes Grüssle mitten aus dem Wald
    Peter

    ... und das Grüssle mitten aus dem Wald
    bis bald... ´s Peterle


    ...mittlerweile gibt es einiges auf meinem "Blog"


    Verschiebe nicht auf morgen, was du heute leben kannst.
    Jeder vergangene Augenblick, den du nicht zu ergreifen verstanden hast, ist ein verlorener Augenblick.
    (unbekannter Autor)

  • Moin zusammen,


    was lange währt, wird gut. Leider ist da kein zwingender Zusammenhang - nur weil ich lange brauche, wirds nicht automatisch gut ... Zeit ist genug vergangen, aber viel geschafft habe ich in den vergangenen Monaten nicht. Zumindest nicht an den Modulen ...


    Auf dem derzeit letzten FREMO-Treffen, an dem ich aktiv teilgenomen habe (in Rendsburg im Oktober 2015), rang ich zwei Tage mit mir. Transport und Aufbau meiner alten Module waren wieder unnötig kompliziert und schwer und überhaupt. Wie es besser geht, merke ich am neuen Ziegelwiesenkai. Daher begleitete mich ständig ein Gedanke: "Warum tue ich das Alles nur?". Eine Entscheidung musste her: Abzweig behalten oder modernisieren? Der alte Abzweig zum Ziegelwiesenkai ist samt Kalianschluss 10 Jahre alt, auf wenig Modulbauerfahrung basierend gebaut, schwer, kompliziert (Relais). Glücklicherweise ereilte ihn nicht ein einziger Defekt in dieser Zeit, aber die Abweigweiche wurde langsam "weich", Entgleisungen häuften sich. Also wie beim Neubau des Ziegelwiesenkai eine Entscheidungstabelle aufgestellt: Was nervt, was muss ich haben, was will ich haben und das jeweils für Neubau oder Renovierung zusammengestellt. Eigentlich war aber vorher bereits klar: Ich will einen neuen Abweig, aber ich wollte meinen subjektiven Willen ja objektiv begründen :rolleyes: . Und - völlig überraschend - ergab die Tabelle ein deutliches Plus für einen Neubau. Das Lastenheft enthielt Dinge wie einfacher und schneller Aufbau, platzsparende Unterbringung, maßstäbliche Stahlschwellenweichen, Schlüsselsicherung, beschrankter Bahnübergang mit Ampel. Der beschrankte Bü ist zwischenzeitlich einem unbeschrankten gewichen, da er innerhalb des Hafens nicht authentisch wirkt.


    Wegen der geballten Kompetenz wurde noch auf dem Treffen skizziert und später auf den Bildschirm gebracht. Die erste digitale Skizze basiert noch auf Grossseriengleis und annähernden Maßen, gibt die Idee aber sehr gut wieder:



    Auf der Basis habe ich weiter gezeichnet und die Kästen beim Tischler bestellt (ich werde nie wieder Modulkästen selber bauen). Die Weichenbetätigungen sind in die Kästen mitlerweile eingearbeitet, aber darüber hinaus ist leider noch einiges an Feinschliff nötig, bevor ich mich an den Belag machen kann (einmal Modul mit Schienen, Straßen und viel Käse bitte).


    Beim Zeichnen sind dann zwei Pläne entstanden, einmal Plan a), hier als Screenshot aus meinem Gleisplanprogramm S21, rechts oben gehts zum Ziegelwiesenkai:


    Dick umrandet habe ich die Modulgrenzen, insgesamt besteht der der Abzweig aus 4 Segmenten, die ich daheim und im Bulli stapeln kann.


    Als Variante b) der verschwenkte Anschluss der Fritsch Kühlgeräte:


    Über dem Anschluss wird ein kleiner Bockkran für den Umschlag stehen, daher benötigt das Gleis etwas Abstand zum durchgehenden Stammgleis. Aber für eine Verschwenkung mit zwei gegenläufigen Bögen fehlt mir eine schlüssige Begründung: Plan a) finde ich optisch "leichter" und mit entsprechend diagonalen Gebäuden auch etwas entspannter. Was meint Ihr?



    Viele Grüße vom Ziegelwiesenkai
    Thorsten

  • Hallo Thorsten,


    gibt es einen Grund die beiden Weichen so dicht beieinander zu lassen? Wenn es ein Streckenabzweig wäre und die Weiche lediglich die Schutzweiche wäre, sähe ich da Sinn drinn. Mit der Weiche auf dem Nachbarmodul wäre das alles wesentlich großzügiger. Ist aber nur meine Meinung, und die . . . .



    LG Bruno - bob -

    Es muss nicht alles perfekt sein was gut ist

  • Hallo Bruno,


    die rechte Weiche war in den ersten Skizzen "weiter oben", also in Richtung Ziegelwiesenkai eingezeichnet. Dort ergeben sich aber zwei Probleme: zum einen rutscht die Weichenzunge dann unangenehm dicht an eine Segmentkante, zum anderen müsste die der derzeit mechanisch geplante Ansteuerung der Weiche über mehrere Segmente erfolgen.
    Wegen der Segmentgrenzen kann ich die beiden Weichen nur maximal 2-3 cm von der jetzigen Position weiter auseinanderrücken oder eben deutlich weiter. Der Mittenabstand beträgt in der zeichnung >60mm, also >5,2m beim Vorbild.


    Ich werde das in der Planung noch einmal verschieben. Die Ansteuerung der Weichen kann ich notfalls ja elektrisch lösen. Da sich dann aber der ganze Bogenverlauf ändert, bekomme ich vermutlich ein Segmentkantenproblem. Aber Versuch macht kluch ...

  • Moin Thorsten,


    was ist eigentlich aus deiner großen Betonfläche geworden ?


    Hast du den Fugensand schon aufbringen können ?



  • Hallo Jörg,


    nein, die Fläche habe ich noch nicht weiter angerührt. Ich traue mich da ohne ein Probestück, an dem ich das Verfugen, "globales" Weathering und gezielte Abnutzungsspuren gefahrlos ausprobieren kann, nicht so recht heran.
    Das Thema wird leider auch noch etwas warten müssen, da andere Modulaktivitäten bis Ende Januar Vorrang haben (das gilt auch für den angesprochenen Abzweig).


    Viele Grüße
    Thorsten