Holzwerk Kirchbrak

  • Guten Abend zusammen,


    da ich im Moment offensichtlich zwei Linke Hände habe, komme ich bei meinen Projekten nicht wirklich weiter. Also fange ich an, euch mal ein neues vorzustellen - wohl wissend, dass ich das Thema in diesem Jahr nicht abschließen kann...


    Angefangen hat alles mit den Überlegungen, wie man bei eingeschränktem Platz ein Holzwerk in Kirchbrak unterbringen konnte. An einen Nachbau des Originals ist überhaupt nicht zu denken, da ich dafür Wände einreißen müsste und das Originalgebäude auch eher nicht so viel her gibt... Ich habe deshalb vor Jahren geplant, das Kibri-Sägewerk dafür zu verwenden. Schon bei der ersten Stellprobe ist mir aufgefallen, dass das Gebäude - auch wenn man es angeschnitten darstellt, und den Anschein erweckt, das Werk ginge außerhalb der Anlage weiter - viel zu klein ist. Also hatte ich damals beschlossen, das Gebäude zu verlängern und mit Spängebunker etc. aufzupeppen.


    Seit dem sind aber schon einige Liter Wasser die Lenne heruntergeflossen... und mich hat das Konzept nie befriedigt. Nachdem mein Bahnhofsgebäude aber der Fertigstellung entgegengeht, muss ich mich auch mal um diese Baustelle kümmern. Ich habe dazu mal wieder Fotos vom Original angesehen - und dabei immer wieder ein altes Sandsteingebäude an der Bahn entdeckt - auf dem Foto ganz rechts nur angeschnitten...


    Irgendwie wäre es das doch? Ich habe dann ein bisschen Internetrecherche betrieben - und bin unter anderem au die Seite der Gemeinde Kirchbrak
    <http://www.kirchbrak.de/chroni…erksgeschichte/index.html> mit vielen alten Ansichten gestoßen (mit der Website werde ich euch zwangsläufig noch häufiger "nerven" müssen, da hier einige - wie ich meine - interressante Projekte dargestellt werden - zum Beispiel auch das Zementwerk in Osterbrak). Ausgehend davon - und von der Luftaufnahme der Fa. Amco unter <http://www.massivholz-amco.de/> sieht mein Konzept jetzt so aus, dass ich das alte Sandsteingebäude - die alte Mühle - als erstes Gebäude aufstelle. Daran seitlich anschließend werde ich den Holzanbau realisieren, und im Anschluss dann vielleicht Teile des Kibrischwellenwerkes. Im Prinzip habe ich also nicht mehr geplant, als die Gebäude auf der Luftaufnahme zusammenzuschieben - und logischerweise zu verkürzen. Bei der Gelegenheit muss die Gleislage leider hinter den Gebäudekomplex verschoben werden - das ist aber insofern zu verschmerzen, als dass ich das eigentliche Sägewerk offen darstellen kann...


    So, jetzt mal erste Bilder: ich habe die Größen aus einigen alten Bildern durch Vergleich mit Fensterhöhen ermittelt, und einfach mal ein erstes Pappgebäude mit Kibrigerippe dahinter gebaut:

    Beim Vergleich mit der V46 01 der VEE ist dann sofort aufgefallen, dass das Gebäude zu niedrig ist. Also erstmal Urlaub gemacht...


    ... und Bilder vom Original aufgenommen - und dabei einfach mal Grundmaße ausgemessen.


    und das eigentliche Holzwerk, von der einstigen VEE-Strecke aus fotografiert:


    Jetzt habe ich das Gebäude in modifizierter Größe als Sperrholzgerippe ausgeschnitten, und mit dem skalierten Foto beklebt, um noch mal einen zweiten Eindruck zu bekommen. Im Prinzip hat mir das Essemble schon gut gefallen - aber irgendwie noch der Eindruck von Industrie gefehlt. Ich habe deshalb einfach mal noch alten Kibrischornstein ergänzt, der den typischen Schriftzug "A. Müller" erhalten soll.


    Wie geht es jetzt weiter: ich muss irgendwie Fenster in das Sperrholzgerippe bekommen. Dann werde ich das Gebäude mit Slatersplatten verkleiden - und mich an den Innenausbau machen (da ich alle Gebäude beleuchte, investiere ich relativ viel Zeit für einen Innenausbau, der Zimmer für Zimmer erfolgt.). Ich werde euch vom Baufortschritt berichten - gehe aber davon aus, dass ich andere Projekte - wie das Trafohäuschen und das Toilettengebäude neben dem EG vorziehen werde...


    Woran ich jetzt übrigens zahne: wie bekomme ich das Holz von den Kbs-Wagen. Die oben zitierte Website zeigt einen riesigen Holzhof mit großen Kran - der aber beim besten Willen nicht auf mein Modul passt. Ich habe außerdem einen alten Kibribockkran - und einige Exemplare des modernen Holzkranes vom schon viel angesprochenen Sägewerk. Im Moment tendiere ich zu dieser Lösung - der Kran könnte dann auf dem folgen Modul in der Kurve stehen, und der viel zu enge Gleisbogen mit Holzstapeln kaschiert werden. Hauptsache, das Einfahrsignal bleibt sichtbar: die Fundamente des Einfahrsignals belegen, dass dieses aufgrund des Steilhanges rechts auf der linken Streckenseite stand...


    Ich stelle das ganze Projekt mal zur Diskussion: was ist eure Meinung?


    Schöne Grüße aus (H0-)Kirchbrak,
    Erik

    Einmal editiert, zuletzt von Erik () aus folgendem Grund: eine Anfrage hat sich schon mal erledigt: die Links erscheinen nur in der Vorschau nicht... und noch eine Korrektur: ich kann immer noch nicht schreiben. Warum gibt es hier eigentlich keine Rechtschreibkontrolle?! ;-)

  • da ich im Moment offensichtlich zwei Linke Hände habe, komme ich bei meinen Projekten nicht wirklich weiter.


    Das ist eine uralte Bastlererfahrung,Erik, bestimmt -zig tausend Male erlebt. Irgendwann ist mal ein Punkt errreicht, an dem nichts mehr geht.
    Nur keine Aufregung, der Geistesblitz, die zündende Idee kommt ganz bestimmt und meistens immer dann, wenn man mit ganz anderen Projekten beschäftigt ist.


    Zum Holzwerk:
    Es ist schwer, etwas dezidiertes dazu zu sagen. Ich kenne deine Intensionen, deine Vorstellungen vom späteren Aussehen nicht und auch das Orginal-Holzwerk nur als Ansicht. Wichtig scheint mir, dass Du alle oder zumindest wichtige Teile der funktionalen Bauten/Einrichtungen berücksichtigst. Also Anlieferung (schon bearbeitetes Rohholz, ganze Baumstämme, Holzspäne für Möbel?), Produktion (sägen, leimen, pressen, hobeln, montieren) Produktionshilfseinrichtungen (Heizhaus, eigene Stromerzeugung, Trockenkammern, innerbetrieblicher Transport), Lagerung und Abtransport bzw. Auslieferung.
    Was davon letztlich im Modell umgesetzt wird kannst nur Du entscheiden. Am leichtesten wird Dir das fallen, wenn Du dich mit den Orginalprodukten des Werkes und seiner Geschichte beschäftigst.


    Wie ich schon mal in die Tastatur gehackt habe interessiert mich dein Vorhaben deshalb, weil ich ähnliches vorhabe und nun ganz gespannt bin, was Du so als "Vorleistung" bringst. Mein Holz/Sägewerk soll allerdings in einer früheren Epoche angesiedelt sein, so mit Dampfmaschinen zum Antrieb der Holzbearbeitungsmaschinen u.a.m.

    ich muss irgendwie Fenster in das Sperrholzgerippe bekommen.


    Da möchte ich an den Thread mit den Dekupiersägen und deren Adaptionen erinnern, der vor kurzem im Forum zu lesen war. Nur für den Fall, dass Du das "händisch" lösen willst.

  • Hallo Erik,
    es ist schön, über Dein ambitioniertes Projekt (mit allen seinen Problemen) zu lesen. Gerade der VORBBILDGERECHTE Modellbau läßt ja EIGENTLICH keine Kompromisse zu. Umso mehr ist es spannend, zu lesen, wie Du die Probleme versuchst in den Griff zu bekommen.
    Insofern sind die "zwei linken Hände" vielleicht eine Chance.


    Deine Methode, mit den "Probebauten" ist genial- gewinnt man doch hiermit einen dreidimesnsionalen Überblick.
    Die Aussagen von Peter zum Holzwerk möchte ich hier unterstreichen- hier mußt Du entscheiden, WAS Du nachbilden willst. Dabei ist es auch ausschlaggebend, wo liegt Dein Hauptaugenmerk- soll es die Darstellung der Bahnanlagen sein, oder die Abläufe im Sägewerk...



    Letztlich habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten: dieser wollte ein Bw mit darstellen: Er dachte hier an einen 24ständigen Lokschuppen. Dieser war im wichtiger als die Lokbehandlungsanlagen. Mein Vorschlag war, diesen Schuppen so darzustellen, daß die Behandlungsanlagen auf der nicht mehr auf dm Brett befindlichen Seite liegen... Sinngemäß mag das auch für Dich gelten.
    Ich wünsche Dir nun aber viel Erfolg, und DIE zuündende Idee!



    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo zusammen,
    tja, wenn mir der Platz bliebe, würde ich gern auch mit weniger Kompromissen bauen.... (wobei ich bei mehr Platz vermutlich auch einen größeren Bahnhof gewählt hätte, der Betrieblich mehr hergibt. Bodenwerder-Linse als Zentrum der VEV wäre da schön gewesen - mit Lokschuppen und kleinem Eisenbahnwerk, und Hafenanschluss und .... alles, was eine Privatbahn - auch in den 70ern/80ern noch zu bieten hatte. Tja, war wohl nichts.


    Deshalb bleibt mir nur das Kürzen und Verdichten... Immerhin hilft mir das gewählte Modulmaß: auf 25 cm Breite kann ich unmöglich ein komplettes Sägewerk inklusive Gleisanschluss nachbauen. Deshalb kann (und muss) ich viele der Bearbeitungsschritte außerhalb des Modules auslagern. Bisher war für mich klar, dass das Sägen der Stämme der einzige Schritt sein würde, den ich darstellen kann. Irgendwie habt ihr mich zum Nachdenken gebracht - ich werde also auch das noch mal überdenken. Dafür lasse ich mir aber Zeit, bis das Wohnhaus des Sägewerksbesitzers inkl. kleinem Verwaltungstrakt fertigstellt ist - immerhin wird das in landestypischer Architektur erscheinen - das dann angeschlossene Gebäude ist so "langweilig", dass es in ganz Mitteleuropa stehen könnte. Ich werde euch - was die Planung angeht - auf dem Laufenden halten.


    Schöne Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Hallo zusammen,


    hier muss es jetzt auch mal weitergehen: im letzten Beitrag hatte ich ein paar erste Aufnahmen mit einem einfachen Pappmodell gezeigt. Das hat immerhin gereicht, um die Dimensionen noch mal überprüfen zu können. Jetzt wird es aber konkret: ich will hier kurz in ein paar Bildern darstellen, wie ich aus den Fotos einen Plan des Gebäudes erstellt habe...
    Um es vorweg zu nehmen: der geschilderte Weg ist eine Möglichkeit, zu einem bestimmten Modellgebäude zu kommen – es gibt sicher auch andere... das Ergebnis entspricht auch nicht zu 100% einer Verkleinerung des Original: ich habe keine Pläne, sondern nur Grundmaße, die sich mittels Laser abschätzen lassen, und es gibt ein paar Randbedingungen wie Verfügbarkeit von Fenstern, die ich auch einhalten wollte... Mein Ziel war ein Modell, das den Eindruck des Vorbilds so gut wieder gibt, dass es einen hohen Wiedererkennungswert hat, aber keine 100% Abbildung des Originals...
    Begonnen hat alles mit der Erkenntnis, dass meine Module viel zu schmal sind. Also habe ich das Bürogebäude, dass am Sandsteingebäude hängt, kurzerhand wegrationalisiert. Dann habe ich das Foto auf die richtige Größe skaliert – mit dem schon mal vorgestellten Modell und ein paar Maßen, die ich mittels Entfernungsmesser abgeschätzt habe.



    Als Randbedingung sind auch die Fenster zu erwähnen: nach einigen Fehlschlägen mit dem Selbstbau von Fenstern, die teilweise bis in meine Schulzeit zurückgehen, habe ich diesmal Fenster von mkb eingeplant. Die Fenster passen von den Außenmaßen ganz gut; allerdings geht das breitere Fenster im Erdgeschoss in der Mitte verloren. Ich glaube nicht, dass es am fertigen Modell jemandem auffällt, wenn er nicht darauf hingewiesen wird...



    In das Foto habe ich dann einfach die Außenkonturen als Linien eingezeichnet. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Foto natürlich leicht verzerrt ist, und dass das Gebäude offensichtlich nicht so genau geplant und umgestzt wurde, wie man das heute mit einem PC machen kann: das ganze Gebäude ist nicht ganz symmetrisch. Ich habe das einfach mal ignoriert, und den Versatz der Fenster in Kauf genommen – ungenau wird es schon von allein; außerdem ist das Gebäude dadurch auch wieder etwas schmaler geworden...




    Soweit das Ergebnis; ich werde dies dann ausdrucken und auf irgendeine Trägerplatte – Sperrholz oder PS aufziehen, und ausschneiden. Die Steinstruktur an sich werde ich dann mit einer Slatersplatte nachbilden. Vorher bin ich aber gespannt auf eure Kommentare...


    Das war es für heute aus H0-Kirchbrak,
    schöne Grüße, Erik

  • Hallo Erik,


    Deine Überlegungen und Dein Herangehen an das Thema kann ich gut nachvollziehen. Es ging mir bei meinem Projekt ähnlich, bis ich dann in der glücklichen Lage war, Originalpläne zu erhalten. Mit meiner bescheidenen Fotoausrüstung gelang es mir damals nicht, das Gebäude ohne fliehende Linien zu porträtieren.


    Auf die Umsetzung ins Modell bin ich schon gespannt.



    Gruß Rainer :thumbup:

    Kleinreuth-Nord-Logo-supersmall.jpg


    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Hallo Erik,
    sind die Fenster von mkb nur eingeplant oder hast du diese schon? Auch wenn du schon eine Begründung dafür angegeben hast...
    Dein Modell würde sicher mehr gewinnen, wiedererkennbarer, authentischer werden, wenn du dir die richtigen Fenster beschaffen könntest.
    An verschiedenen Stellen haben wir ja nun schon gesehen, dass unser Robert in der Lage ist, sehr feine Sachen aus PS zu fräsen
    und andererseits scheint er da ja relativ flexibel zu sein. Endgültig solltest du dazu aber Robert kontaktieren.
    Nettes Grüssle mitten aus dem Wald
    Peter

    ... und das Grüssle mitten aus dem Wald
    bis bald... ´s Peterle


    ...mittlerweile gibt es einiges auf meinem "Blog"


    Verschiebe nicht auf morgen, was du heute leben kannst.
    Jeder vergangene Augenblick, den du nicht zu ergreifen verstanden hast, ist ein verlorener Augenblick.
    (unbekannter Autor)

  • Hallo Peter,


    Danke für deinen Hinweis: ich werde auf der Frontseite dann tatsächlich die "richtigen" Fenster einsetzen...


    @ Robert: das heißt, dass ich bei nächster Gelegenheit die Fenster in Corel zeichnen werde, und dir dann schicken werde...


    Schöne Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Hallo zusammen,


    endlich soll es auch hier weitergehen: zumindest habe ich die Zeichnungen mal mit "richtigen" Fenstern versehen:





    Schuld daran ist ein Artikel über die Fenster von <www.meinmodellhaus.de>, die ich hier einfach mal ausprobieren wollte (doch keine Polystyrol-Fenster von Robert, aber der Fensterkonfigurator musste einfach ausprobiert werden ;) ). Bis dahin muss ich allerdings erstmal die Außenwände geschnitten bekommen... ich halte euch auf dem Laufenden - ich habe da nämlich noch ein kleineres Problem: wie bekomme ich die Schnittpläne jetzt auf meine Slaters-Platten? Oder anders: kann man Fenster von hinten so genau ausschneiden, dass das vernünftig aussieht? Dann könnte ich die Pläne einfach auf die Innenseite kleben - symmetrisch sind die H0-Wände (fast: einzige Ausnahme: der Seitenteil mit der Tür...). Probieren geht über studieren...


    Soweit für heute,
    schöne Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Hallo Erik,


    hast du die Fenster dort schon bestellt? Ich habe mir die Seite mal angesehen und finde die Idee grundsätzlich klasse! Aber bei der Firma Modellbau-Unikate bekommst du deine Bauteile OHNE Halterahmen (siehe erstes Foto) und gerade Fenster sollte man mit einem Fräser der kleiner als 1,0 mm ist, anfertigen – auch das ist kein Problem bei mir :)


    Nun aber zur Lösung deines Problems: Bevor ich mir die Fräse zulegte habe ich die Fensteröffnungen mittels Messschieber in die Außenwände „graviert“. Dazu die Entfernung von Außenkannte Wand zur Fensterinnen- oder Fensteraußenkante eingestellt, die eine Seite des Messschiebers an die (hoffentlich gerade) Außenkante gelegt und mit leichtem Druck eine Linie gezogen. Somit hast du immer parallele Linien zu den Außenkanten und kannst dort direkt mit dem Cutter entlang fahren, um sie auszuschneiden.


    Probiere das am Besten erst mal an einem Abfallstück, da es etwas Übung erfordert. Wenn man diese Technik gut beherrscht, kommt man der Genauigkeit einer CNC-Fräse schon recht nahe :)

  • Hallo Robert,


    das habe ich zu spät gelesen. Aber der Reihe nach: ich hatte mir gedacht, einfach den Ausdruck der Pläne auf die Slatersplatten zu kleben - mit Tesa - und dann die Fenster mit einem Cutter (bzw. dank der dünnen Platten mit einem Skalpell) auszuschneiden. Ich habe vorher ein paar Versuche gemacht - und siehe da - es geht ganz gut. Das Bild zeigt hier die erste Wand - ich war damit soweit zufrieden, als ich deinen Vorschlag gelesen habe. Weil das so ziemlich einfach und schnell geht, werde ich auch die letzte Wand so noch erstellen...



    Sollte man bei den Fensteröffnungen etwas unsauber arbeiten, ist das gar nicht so schlimm: aufgrund der groben Mauerstruktur müssen auch grobe Fugen eingeplant werden. Ich habe das im nächsten Bild mal bei einem Versuch dargestellt: das linke Fenster ist nur grob ausgeschnitten. In die rechte Öffnung habe ich dann Fugen reingefeilt - spätestens jetzt sind kleinere Ungenauigkeiten nicht mehr sichtbar. Wie gut, dass das Originalgebäude auch so groben Sandstein hatte...



    Im Bild sieht man auch die ersten Fenster von meinmodellhaus.de - ich habe hier die Variante "Klebefolie" gewählt - was den Vorteil hat, das ich nicht mit Kleber rumschmieren kann. Aufgrund der dünnen Materialstärke ist die Plastizität etwas dürftig; hier sind die mittlerweile angeboteten Finnpappe-Fenster sicher eine Alternative. Um aber auch in die Klebefolien-Fenster ein wenig mehr Plastizität reinzubekommen, werde ich vor dem Einbau die Wetterleisten der Fenster noch aus dünnen Streifen ergänzen.


    Der Vorteil der Slatersplatten ist auch ihr Nachteil: sie sind zu dünn. Kommt einem das bei der Materialbearbeitung noch entgegen, gibt es bei der Stabilität einige Probleme. Zusätzlich soll die Wand auch optisch dicker wirken. Ich habe deshalb 1 mm Sperrholzwände eingeplant, die dann später das Grundgerippe darstellen sollen; das Bild zeigt das erste Exemplar.



    Mangels einer Dekupiersäge - ich konnte mich noch immer nicht entscheiden, und habe das Projekt zugunsten einer Airbrush - die ich aber auch immer noch nicht habe - zurückgestellt, habe ich hier versucht, die Fenster mit einem Skalpell auszuschneiden - die Pläne habe ich diesmal einfach wieder mit Weißleim auf das Holz geklebt. Mit mäßigem Erfolg: die Öffnung ist zwar schön und sauber eingeschnitten, aber die Messerklinge ist abgebrochen, und ich habe viel zu lange dafür gebraucht. Mittlerweile habe ich aber eine Methode gefunden, mit der man zügig zum gleichen Ergebniss kommt: die Fenster sauber anritzen, und dann mit einer Laubsäge aussägen. Durch das Anritzen entstehen auf der (sichtbaren) Oberseite gerade Kanten und Ecken...


    Da mein Gebäude auch eine (sinnvolle) Inneneinrichtung bekommen soll, habe ich mir in einer 2-Linke-Hände-Phase schon mal Gedanken über eine sinnvolle Einteilung gemacht. Um es vorweg zu nehmen: ich habe KEINE Ahnung, wie das Original eingerichtet ist - entsprechend ist dieser Plan ein reines Phantasieprodukt.



    Ich werde später diese Böden ausschnieden und als Zwischenlagen verwenden; die Innenwände werden aufgrund meiner Faulheit und der guten Verarbeitbarkeit wahrscheinlich aus 2 mm Balsaholz entstehen.


    Woran ich jetzt zahne: wie macht man vernünftige Stürze... ich habe dazu auch schon eine Lösung. Die ist allerdings ziemlich aufwändig - doch dazu später mehr.


    Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Moin Erik!

    Woran ich jetzt zahne: wie macht man vernünftige Stürze... ich habe dazu auch schon eine Lösung. Die ist allerdings ziemlich aufwändig - doch dazu später mehr.


    Der Mangel an Stürzen fiel mir auch grad auf. Ich kenne aber ebenfalls keine unaufwändige Methode. Die aufwändige Methode sieht so aus, dass man die einzelnen Stürze anfertigt (aus einzelnen Steinen, als Gips-Gussteil, aus Resin, ...) und diese dann in passend geschnittene Öffnungen der Wand einsetzt. Eberhard zeigt hier (Gebäude: H0e: Der große Lokschuppen der Jüterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahnen in Dahme (Mark)) eine sehr schöne Methode.


    Viel Erfolg! ;)
    B.

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)

  • Hallo Erik,


    den Aufschrei einiger Gesundheitsapostel in Kauf nehmend:


    Material: Walzblei, Stärke liegt so zwischen 0,8 und 1,5 mm
    Mit einer Reissnadel o.ä. den Mauerverband deiner Wahl einritzen, ausschneiden, bei gebogenen Stürzen in Form biegen und einleimen.
    Macht sich natürlich besonders bei gebogenen Fenster- oder Türstürzen hervorragend.



    [URL=http://www.directupload.net][/URL


    Abschliessend erfolgt die Farbgebung u. Alterung.

  • AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHRRRRRRRRRRRGGG!!! Walzblei!!!* :tot:


    So weit die Pflicht, nun zur Kür... :D


    Interessante Methode wie ich finde. :thumbup: Wie kriegst du hin, dass die Rundung auch schön rund wird? Biegst du über einer Schablone oder machst du das frei Hand?


    Grüße!
    B.


    *Hände waschen nicht vergessen. ;)

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)

  • Hallo zusammen,


    hier ist es (zu) lange nicht mehr weiter gegangen - ich komme irgendwie nicht dazu, weiterzubauen - und dann auch noch was zu schreiben. Ich hoffe, dass sich das aber wieder mal ändert...


    Also, Stand: ich suche Stürze, die ich in die Slatersplatten einsetze. Als Versuch habe ich die Stürze mit Corel gezeichnet, ausgedruckt, und auf 0,5 mm Sperrholz geklebt (ich habe kein Walzblei...). Diese Stürze habe ich dan mit der Nagelschere ausgeschnitten, und die Fugen dann mit der Feile herausgearbeitet. Wahrscheinlich habe ich nicht lange genaug gewartet - die Papierschablone hat sich auch verabschiedet. Diese Stürze habe ich dann testweise eingeklebt:




    Wenn man die Steine dann einfärbt, und die Fugen grau auslegt, sieht das schon mal gar nicht so schlecht aus (bevor hier die Farben kommentiert werden: die sehen noch nicht nach Wesersandstein aus, und gefallen mir auch noch nicht - das war einfach mal erster Versuch).



    Wenn ich aber ehrlich bin: mir ist der Aufwand zu groß, alle Stürze so zu machen. Ich werde mich also noch einmal nach einer Alternative umsehen - und die Stürze wahrscheinlich irgendwo lasern lassen...


    Soweit für heute von dieser Baustelle,
    Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Hallo Robert,


    das Thema muss ich noch einmal aufgreifen: könntest du entsprechende Stürze aus 0,5 mm PS fräsen? Ich kann allerdings immer noch nicht konstruieren, sondern die Stürze nur per Corel zeichnen...


    Schöne Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik

  • Hallo Erik,
    Du hast ein interessantes Gebäude ausgesucht. Verschieden hohe Steine, Stürze.
    Du hast Fotos und kannst mit Corel Draw umgehen.
    Wie Du anhand Magsthausen sehen kannst, kann man viel mit Papier machen.
    Zieh das Bild auf 1:87 auf, besser noch zeichne das Haus in 1:87, drucke es aus und klebe es auf 1 mm oder 1,5 mm starke Graupappe. Die Steine kannst Du mit der Reissnadel gravieren und später antuschen.
    Die Slaters Platte gibt das Mauerwerk nicht wieder. Schade um die Zeit, um die Stürze herzustellen. Ansonsten diese aus Papier schichtenweise aufbauen.
    Gruß
    Andreas

  • Hallo Erik,


    klar mach ich dir das. Corel reicht doch völlig aus, damit arbeite ich auch.
    Du könntest das von Andreas beschriebene Verfahren aber erst ausprobieren und wenn das nicht klappt, bin ich immer noch da. :)

  • Hallo zusammen,


    an dieser Baustelle komme ich gerade gar nicht voran (an anderen auch nicht - man denke nur an meine ELNA...). Aber so schlecht trifft die Slatersplatte, die ich für die Front einsetzen wollte, das Mauerwerk gar nicht - bloß habe ich von dieser Platte so wenig, dass ich immer die gezeigte 0-Platte für Test verwende. Das Vorbildgebäude hat auf der Rückseite, die eigentlich nur von der Bahnstrecke einsehbar ist, übrigens auch gröbere Steine als auf der Vorderseite - kann man aufgrund der Unschärfe aber kaum erkennen (das analoge Bild ist eigentlich scharf, aber die Digitalqualität ist etwas - verbesserungswürdig...)



    Ich werde aber auch die vorgeschlagene Graupappenmethode noch mal ausprobieren. @ Andreas: Wie fixierst du die Pappe dann, um die notwendige Stabilität der Oberfläche gegen mechanische Einwirkungen oder auch gegen leichte Feuchtigkeit zu bekommen?


    Schöne Grüße aus H0-Kirchbrak,
    Erik