Mit der HSB zum Brocken

  • Moin moin zusammen,


    gestern hatten wir -ganz entgegen der Vorhersage- hervorragendes Wetter. Das wurde mit einer Bahnfahrt mit der HSB auf den Brocken ausgenutzt.

    Belohnt wurden wir mit einer wunderbaren Fernsicht auf dem höchsten Gipfel des Harzes.


    Die Fahrt startete in Wernigerode, so dass unser Fahrtvergnügen 2 Stunden bergauf und 1,5 Stunden bergab dauerte.


    Die Hinfahrt wurde mit Zug 8235 unternommen, bespannt von einer Diesellok. Unser „Harz-Kamel“ war die 199 861-6.

    Am Haken hatte sie einen 7-teiligen Personenzug, bestehend aus den Wagen

    KBD 902-201, KBtr 900-472, KB 900-433, KB 900-481, KB 900-512, KB 900-780 und dem KB 900-444

    (KBD = Pack- und Personalwagen; KBtr = Sitzwagen mit Traglastenabteil; KB = Sitzwagen).


    Während der Fahrt wurden weitere Züge gekreuzt, alle mit Dampflok bespannt. Auf der Hinfahrt kreuzten wir 99 7241-5 in Wernigerode Westerntor, 99 7237-3 in Drei Annen Hohne, 99 7243-1 in Schierke, sowie 99 7245-6 mit Personenzug und 99 7232-4 mit dem Traditionszug in der Ausweiche zwischen den Bahnhöfen Schierke und Brocken.


    99 7243-1 wurde unsere Zuglok für die Rückfahrt. Auf der Rückfahrt kreuzten wir 99 7241-5 wieder in der Ausweiche, 99 7237-3 in Drei Annen Hohne und den Triebwagen 187 011-2 ebenfalls in Drei Annen Hohne.


    Es folgen ein paar Bilder der Zugfahrten.

    199 861-6 auf der Drehscheibe im Bahnhof Wernigerode


    In Wernigerode


    Der Harz kann auch „Grün“, hier hinter dem Bf Steinerne Renne


    Gegenzug in Drei Annen Hohne


    Weiter oben wird der Harz grau, alles abgestorbene Fichten. Der Preis der Monokultur und eines Naturparks…


    Ankunft am Brocken. Noch ist die Funkturmspitze in den Wolken…


    Fernsicht bis Wernigerode und darüber hinaus


    99 7243-1, Zuglokomotive unseres Zuges auf der Rückfahrt


    Herzliche Grüße


    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Lieber Andreas,


    (Für Insider) ich bin froh und betrübt zu selben Zeit. Ich freue mich aber, dass Ihr schönes Wetter hattet und entsprechend belohnt wurde. Von hier aus gesehen ein versöhnliches Bild.

    Den Rest am Telefon. (Mir geht es gut)


    Viele Grüße in den Harz

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Andreas,

    schöne Bilder bringst Du aus dem Harz mit. Die Blicke sind mir durchaus bekannt.

    Allerdings noch mit grünen Fichten- aber das ist schon fünfundzwanzig, bzw elf Jahre her.

    In den frühen neunziger Jahren war ich im Schnitt alle vier Wochen oben... damals (Achtung- Opa erzählt vom Krieg) habe ich noch wenigstens vier Kamele erleben können. Ausgerechnet auf einem durchlaufenden Zug. Heute könnte ich mich in den Allerwertesten... , weil ich aus Frust keine Bilder gemacht habe. Aber ein Dia für ein Kamel? Undenkbar- oder? Nicht wenn das Kamel mit einem Güterzug unterwegs ist. Oder- wie wir es erlebt haben- der Personenzug war... der Personenzug war? Ja, es gab einen Personenzug von Alexisbad über Stiege, Eisfelder Talmühle, Stiege nach Gernrode. In Talmühle Anschluss nach Nordhausen und Wernigerode. Die jeweils letzten Züge des Tages...

    Das Fuhrwerk aus Alexisbad hatte irgendwie ein Problem fuhr mit reichlich Verspätung in Stiege ein... durch die damals noch rege genutzte Schleife nach Talmühle...

    Als Fotograf gab es damals die Wahl- nach Talmühle oder bei "Gritti" was beißen. Wir hatten uns für Letzteres entschieden. Irgendwann musste der Zug zurück kommen. Und er kam- ein Kamel Lz...

    Später haben wir erfahren- der Zug wurde nach Nordhausen gefahren- damit die Reisenden nach Hause kamen. Die Lok hatte man nach Gernrode geschickt- damit man am nächsten Morgen was zum Fahren hatte.


    Letztes Jahr waren wir im Harz- und ich bin auf mir eigentlich bekannten Strecken nach Navi gefahren, da ich keinerlei Orientierung hatte. Auch bekannte Fotostellen waren nicht mehr umsetzbar- da der Wald fehlte.


    Die Monokulturen haben einen historischen Hintergrund. Im Harzer Bergregister war festgeschrieben, daß der Bergbau nur so viel Holz schlagen durfte, wie nachwachsen konnte. Also hat man schnellwachsende Fichten gesetzt.

    Auch nach dem Bergbau wurde dieses Verfahren weiter betrieben.

    Den sauren Regen der Achtziger hat der Wald recht gut vertragen (den gab es ja bloß im Westen). Nur die Wende nicht... als das Holz "reif" war, wollte man es für den Preis nicht verkaufen. In Polen und Tschechien wurden große Mengen Holz geschlagen und für kleines Geld verkauft. Nur das Warten auf einen höheren Preis wurde durch "Lothar" und "Kyrill" zum Lotteriespiel. Durch beide Ereignisse wurden Unmengen Holz auf den Markt gebracht. Einige trockene Jahre haben dem Wald dann den Rest gegeben... nicht nur im Harz...


    Ich hoffe, daß ich mit meinem OT- Beitrag nicht gelangweilt habe.


    Herzliche Grüße

    Christian