Kleiner Industrie-Abzweiger (Fremo Kompatibel)

  • Hallo Andreas,
    besten Dank für die Fotos.
    Frage an die Signalisations-Experten:
    Wie müsste ich nach DB die Signalisation ausarbeiten in EP III?


    Grundsätzlich geht es ja um den Haltepunkt und um die Absicherung der beiden Weichen zum Abzweig. Der Innerbetriebliche Teil ist da ja eher nicht so wichtig und wird durch die Rangiermannschaft lokal vor Ort gestellt.


    LG
    Axel


  • Frage an die Signalisations-Experten:
    Wie müsste ich nach DB die Signalisation ausarbeiten in EP III?


    Grundsätzlich geht es ja um den Haltepunkt und um die Absicherung der beiden Weichen zum Abzweig. Der Innerbetriebliche Teil ist da ja eher nicht so wichtig und wird durch die Rangiermannschaft lokal vor Ort gestellt.


    Die beiden Weichen im Streckengleis und die zugehörigen Schutzweichen sollten per folgeabhängigem Schlüssel verschlossen sein.
    Die Bedienungsfahrt hält dann vor der ersten Weiche, schliesst Schutzweiche und Anschlussweiche auf, fährt in die Awanst, schliesst wieder zu und meldet die Strecke beim Fahrdienstleiter wieder frei. Dann kann der Zugverkehr auf der Strecke weiter rollen, währen in der Awanst rangiert wird.
    Vor der Abfahrt holt man sich telefonisch (und ggf. blockelektrisch) die Erlaubnis, wieder auf die Strecke fahren zu dürfen und fährt ab.


    Keine Signale, nur ein Telefon und 2 folgeabhängig verschlossene Weichenpaare.


    mfg


    Thomas

  • Hallo Thomas
    hm - sowas habe ich "befürchtet"... Kann man irgendwas machen, dass es doch Signale gibt? Wenigsten eines zum HP? (Wir (meine Töchter und ich) hätten gern eines - ist blöd - ich weiss...)


    So wie Du das beschreibst, bin ich "abhängig" von Fdl eines Bahnhofs (links oder rechts). Der müsste dann entweder meinen Schlüssel verwalten oder mich von Ihrer Elekdra Instanz aus Steuern.
    Oder ich müsste eine Blockkiste und Bhf.-Schnittstelle einbauen - wenn ich das jetzt korrekt verstanden habe.


    Rein Betriebstechnisch wäre Deine Variante die Einfachste und sicherlich die sinnvollste...
    Wie mache ich das am besten? Einen Taster mit einem Schloss kombinieren ist kein Problem. Das Abgreifen vom Taster z.B. mit LocoIO oder so auch nicht.


    LG
    Axel

  • Hallo Axel,


    bei den Weichen sehe ich nur ein Problem bei der Bogenweiche ganz rechts, da hier der Schnitt im Bereich der Zungen zu sein scheint. Das wird so nicht funktionieren.


    Zu den betrieblichen Abläufen, ist die Frage, was du genau willst?


    Erst einmal eine Abschätzung, welche Mengen Verkehr deine Fabrik generiert:
    - du hast 9 sichtbare Ladestellen
    - gehen wir davon aus, dass nicht jede Ladestelle täglich bedient wird, dafür manche aber mehr als einen Wagen gleichzeitig gestellt bekommen
    - bleiben wir mal bei 9 Wagen Eingang und 9 Wagen Ausgang pro Tag, so lange du keine genauere Aufstellung publizierst
    - 9 Wagen x 15cm = 135cm


    Leider habe ich keinen Arrangementplan vom Treffen in Utzwil im Netz gefunden. Von daher fällt es mir schwer abzuschätzen, welche Nutzlängen ein typischer SBB Fremo Bahnhof hat und wie viele Betriebsstellen ein Ast bei euch so hat. Von daher greife ich mal auf ein paar "deutsche" Werte zurück: Äste mit 3-5 Betriebsstellen und Güterzuglängen zwischen 2,5 und 4 Metern. Alles unter drei Metern führt meistens zu Kopf- und Bauchschmerzen beim Fahrplan Macher, auf Grund mancher Betriebsstellen aber leider oft nicht anders machbar.


    Daraus sieht man, dass deine Fabrik einen kurzen Güterzug schon zur Hälfte auslastet, bei drei weiteren Stationen in dem Ast könnte jeder nur noch jeweils 3 Wagen anfordern. Eine Bedienung des Astes zwei mal am Tag wäre also sicherlich sinnvoll. Deine Übergabegleise sind aber auch ausreichend lang, um 9 Wagen in einem Schwung mit der Staatsbahn austauschen zu können.



    Bei der Signalisierung will ich nur auf die DB Version eingehen, da ich mich in den Feinheiten der eidgenössischen Signaltechnik nicht so auskenne.
    Unterscheiden muss man zwischen der Bedienung durch eine Rangier-/Sperrfahrt oder durch Zugfahrten.
    Schauen wir uns zuerst den zweiten Fall an:
    Deine Betriebsstelle ist ein vollwertige Bahnhof, selbst wenn dort keine Staatsbahnzüge kreuzen oder überholen können, da nur die Übergaben in die WÜst einfahren. Du hast also Einfahrsignale auf "fremden" Modulen in Wattenscheidern. Auch Ausfahrsignale am Streckengleis zwischen den beiden Weichen. Wobei das ASig nach rechts mit dem Haltepunkt sehr ungünstig platziert ist. Man würde also den Bahnsteig weiter nach links zwischen die beiden Weichen verschieben.
    In der WÜst würde man das oberste Gleis mit Hauptsignalen ausrüsten. Auf dem linken Kopf bräuchte man noch eine Gleissperre für die beiden anderen Gleise der WÜst. Am rechten Kopf wird der Flankenschutz durch die Weichenverbindung hergestellt.
    Bei mechanischer Signaltechnik gäbe es ein örtliches Stellwerk, bei Lichtsignalen könnte der Bhf auch ferngestellt sein. Ohne Gleisfreimeldung in der WÜst könnte man am Einfahrsignal auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h signalisieren. In dem Fall könnte glaube ich auch die Gleissperre entfallen. Da bin ich mir aber nicht 100%ig sicher.


    Und nun der erste Fall:
    - Güterzug hält im benachbarten Bahnhof, entweder lässt er die Wagen für die WÜst da und die örtliche Rangierlok übernimmt die Übergabe oder die Zuglok lässt ihre restlichen Wagen im Bahnhof stehen und fährt nur mit den Wagen als Sperrfahrt zur WÜst.
    - dort angekommen, wird vor der Weiche angehalten; von Hand umgestellt und dann in die WÜst eingefahen
    - sollten während der Rangierarbeit Zugfahrten über die Strecke erfolgen, schließt sich die Übergabe ein, indem die Weichen wieder in Grundstellung gebracht werden und der Fahrdienstleiter vom Räumen der Strecke und der ordnungsgemäßen Lage der Weichen unterrichtet wird
    - die Lok kuppelt von den ankommenden Wagen ab, umläuft durch ein freies Gleis und setzt sich vor die abgehenden Wagen
    - nach Abstimmung mit dem Fahrdienstleiter werden die Weichen wieder passend umgestellt, auf die Strecke ausgefahren, angehalten, Weichen wieder zurück in Grundstellung und dann zurück zum Nachbarbahnhof
    - erfolgte die Bedienung durch die Güterzuglok, so kann diese nun die Fahrt nach dem zusammen Kuppeln fortsetzen. Die örtliche Rangierlok stellt die Wagen bis zur nächsten Bedienung durch einen Güterzug ab.


    Alternativ direkte Bedienung der Wüst durch eine Sperrfahrt des Nahgüterzuges. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Fahrt von links nach rechts oder umgekehrt erfolgt.
    links nach rechts:
    - Zug hält vor der Weiche an, stellt diese um und fährt dann in die WÜst ein
    - Ankommende Wagen werden von der Zugspitze abgezogen und über das Verbindungsgleis zum Werk auf das freie Gleis umgesetzt
    - danach die abgehenden Wagen vom dritten Gleis auf die Zugspitze gedrückt und dann kann der Zug nach rechts ausfahren
    - wenn der Zug die Ausfahrweiche überfahren hat, wird angehalten, die Weichen wieder in Grundstellung gebracht und dann zum nächsten Bahnhof weiter gefahren


    rechts nach links:
    - Zug hält vor der Weiche an, stellt diese um und fährt dann in die WÜst ein
    - Ankommende Wagen werden von der Zugspitze abgezogen und über das Streckengleis auf das freie Gleis umgesetzt. Alternativ müsste der Stummel an der DKW als Ziehgleis eine Länge von 135 cm + 35 cm (Lok und Packwagen) = 170cm haben.
    - danach die abgehenden Wagen vom dritten Gleis auf die Zugspitze gedrückt und dann kann der Zug nach rechts ausfahren
    - wenn der Zug die Ausfahrweiche überfahren hat, wird angehalten, die Weichen wieder in Grundstellung gebracht und dann zum nächsten Bahnhof weiter gefahren


    Signale sehen wir in dem Fall, mit Ausnahme der Weichenlaternen, gar keine.



    Was sehen wir daraus? Die 2m Nutzlänge sind vermutlich Grenzzeichen zu Grenzzeichen. Willst du die beidseitig angebundene WÜst mit Signalen ausrüsten, so fallen mindestens 10cm auf jeder Seite für die Signale weg und es dürfte immer noch sehr gedrängt aussehen. Gleichzeitig bekommst du keinen Nahgüterzug in das Ausweichgleis. Selbst wenn man die Weiche am Haltepunkt ganz nach rechst verschiebt ist der Zugewinn an Nutzlänge begrenzt, dafür wären deine Module noch dichter mit Gleisen belegt.
    Sehen wir im letzten beschriebenen Fall die Bedienung von rechts nach links, so muss auch hier das Streckengleis genutzt werden. Warum dann nicht gleich den Güterzug auf dem Streckengleis abstellen. Die vorderste Gruppe des Zuges in die WÜst drücken und die abgehenden Wagen auf die Spitze des Zuges umstellen? Ja mit der zweiten Weichenverbindung könnte der Zug (wenn er kurz genug ist) sich zwischenzeitlich einschließen. Aber in der Zeit, welche dazu und zur Kommunikation mit dem Fdl nötig ist, sind die zwei Umsetzbewegungen längst erledigt.


    Meiner Meinung nach gewinnst du durch die zweiseitige Anbindung nicht wirklich was, optisch verlierst du dadurch eindeutig. Einzig du würdest die Nutzlänge in der WÜst für ein Gleis auf 3 bis 3,5 Strecken, dann fände ich die zusätzliche Anbindung in Ordnung.
    Erst recht, wenn du die Betriebsstelle mit Hauptsignalen ausrüsten willst. In dem Fall würde aus dem Bahnhof nämlich ein Abzweig mit einem Hauptsignal im Wattenscheider irgendwo weiter links, einem weiteren am Streckengleis ungefähr am Ende des Bahnsteiges in Fahrtrichtung links und einem dritten als Ausfahrsignal aus der WÜst. Hier würde ich auf jeden Fall bei Einfahrt in die WÜst Zs3 mit 30 km/h für eine Einfahrt in ein möglicherweise besetztes Gleis signalisieren. Damit würde aus einem modellbahnerisch gezwängten Bahnhof auch wieder eine optisch maßstäbliche Nachbildung eines möglichen Original.


    Soweit meine Meinung, falls noch andere Argumente pro zusätzliche Anbindung der WÜst kommen, gerne.


    Gruß
    Michael


    PS: sorry hat sich nun zeitlich mit einigen Postings überschnitten, kommt davon wenn man zu langsam tippt

  • Ich habe da ca. 180cm bis 200cm Gleislänge zum Profilfrei stehen und die Lok kann umfahren, selbst wenn es eine grössere Tenderlok ist.
    Leider muss ich für den Abzweig zum Werk Bogenweichen verbauen und ich muss diese auch noch so kürzen, dass die Herzstücke und andere relevante Weichenteile auf einer Modulkante liegen.


    Ich nehme mal an das ist die Heimausführung für den privaten Spaß.
    Und ich nehme mal weiter an der Gummifaktor ist der Übergang von Modul 2 auf Modul 3. Wenn dort alle Gleise rechtwinkelig zur Modulstirnseite liegen, was spricht dagegen an dieser Stelle fallweise beliebig viele Zusatzmodule einzufügen? Des weiteren könnte man die Kranbahnen und das Bediengleis für die Kistenabstellfläche so verschwenken, daß sie ebenfalls rechtwinkelig zur Modulstirnseite liegen. Das gibt dann noch einmal tüchtig Gummi und so ein Terminal für den kombinierten Verkehr kann eigentlich gar nicht groß genug sein. Und so ganz nebenbei löst man auch das landschaftsgestalterische Problem.


    Meine 2 €ent

  • Hallo Lutz,


    ich will Axel nicht vorgreifen, aber so wie ich es verstanden habe, ist die eigentliche Fabrik, welche sich rechts unten anschließt der Spaß für zu Hause und die WÜst schon der Gummifaktor für den Turnhallenspaß.
    Das rote hat auch nix mit KLV zu tun, wenn du es mit dem Plan auf der vorherigen Seite vergleichst ist es das Platten- und Profillager von B&W. Zwar auch Stahl, aber nicht in Kisten Form.
    Man könnte die WÜst sicherlich an der Stelle aufblasen, damit würde sie aber auch einen Großteil ihres Charakters verändern. Bei zwei der drei Gleise würde ja die bisherige Nutzlänge auch weiterhin vollkommen ausreichen.


    Meint
    Michael

  • Hallo Michael
    Danke für die ausführlichen Bemerkungen...
    Ich bin B&W im Moment am entwickeln... Einen Plan von Utzwil habe ich, will aber erst fragen ob das ok ist, den ins Netz zu stellen...
    Laut eines Schweizer Fremo Kollegen reicht das aus, um 2x am Tag einen Zug zu befüllen. In CH sind die Züge nicht so lang wie in DE.


    Der Input mit der 2. weiche kam von den Schweizern. Das mit der Weiche ist mir bewusst und ich muss dass noch zurechtschneiden. Was aber in AnyRail nicht geht...


    Wie schon in der Yahoo Group (ich denke Du liest da mit) gesagt - ich lerne und will was für mich machen was in meinen Platz und mein Budget passt und bei Fremo in der "S" Kategorie mitspielen darf....


    Den Rest muss ich mir nachher noch mal genau anschauen.


    LG
    Axel

  • Hallo Axel,


    ich habe mir gerade noch die letzte Seite dieses Fadens angesehen und erfahren, dass vier von den entscheidenden Modulen schon gebaut sind, aber das Dreiecksmodul, welches für den engen Bogen am rechten Ende der Bogenweichengruppe sorgt, noch nicht. In diesem Bereich ist also noch alles drin.


    Nehmen wir mal an, für SBB-Loks sei diese rechte Weichengruppe gesperrt und nur Deine Werksloks dürften sie befahren, weil es in dem Tal eben so eng zugeht. Die Werksloks seien zwei- oder dreiachsig - die Mittelachse ohne Spurkranz, oder vierachsig auf Drehgestellen oder mit Beugneot-Hebeln. Dann brauchen diese für SBB-Loks zu engen Bögen auch keine Spurerweiterung. Also kannst Du die schon gekauften Weinert-Weichen so weit verbiegen, wie es technisch im Modell geht. Nur das anschließende Bogenstück auf dem Dreiecksmodul sollte keinen engeren Radius als der Innenbogenradius, besser als der Außenbogenradius der Bogenweiche haben. Damit ergäbe sich ein anderer Zuschnitt und eine größere Länge des Dreiecksmoduls.


    Jetzt eine konkrete Frage: Wie groß sind denn die Radien im Innen- und Außenbogen der Weichen?


    Gruß
    Johannes


    Ach ja, während des Studiums habe ich mich mal mit dem Fach "Eisenbahnwesen" befasst und es wurde mir sogar anerkannt.

  • Hallo Johannes
    Wie gross ist der Radius - Eine gute Frage - Ich habe in dem Planungstool AnyRail gearbeitet und dort die Weichen von G. Weller verwendet. Es ist eine Weiche mit Radius 2000mm / 1350mm
    Also sollte der kleinste Radius nicht unter 1350mm liegen. Die Weller Weichen habe ich gegen die Weinert Weichen "getauscht" und werde schauen, dass ich da nicht unter 1350mm lande bzw. so gross wie möglich bleibe.


    Die Loks, die für das Befahren der Weichengruppen vorgesehen sind, sind:
    Ee 3/3
    Köf II


    Testen werde ich auch mit:
    Am 4/4 (V200)
    Bm 6/6
    C 5/6


    Ich bin ziemlich sicher, dass selbst die C5/6 dort "um die Ecke" gehen sollte.
    Es ist trotz allem immer ein Kompromiss zwischen "so könnte es ausgesehen haben", Modulgrössen (Transport/Lagerung) und Budget und dem, was man darstellen will.


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    ich glaube gerne, dass Du die Modelle der genannten Loks ohne Probleme durch einen Modellradius von 1350 mm bekommst.


    Wenn Du allerdings die Vorgabe hast "Ich baue maßstäblich", landest Du bei einem realen Radius von 1350 mm mal 87 = 117450 mm, also grob 120 m. Dafür, dass Du maßstäblich bauen willst, spricht, dass Du am anderen Kopf des Anschlusses 190-1:9-Weichen eingeplant hast, die kleinstmöglichen Vorbildweichen in 1:87 (der "gemeine" Modellbahner hält sie irrtümlich für sehr großzügig). Ob alle Vorbildloks durch einen Radius von 120 m passen, müsstest Du dann anhand von deren Vorbildunterlagen prüfen. Wenn nicht, wäre das ein vielleicht willkommener Vorwand, auf eine Werklok zu wechseln, die mit "solch engen Radien" kein Problem hat.



    Anders sieht es aus, wenn Dir die Maßstäblichkeit nicht so wichtig ist und die Betriebsstelle nur großzügig und harmonisch aussehen soll. Dann wären die bei diesem Denkansatz deutlich zu schlanken 1:9-Weichen rausgeschmissenes Geld (bei Vorbild und Modell gleichermaßen) und die Harmonie der Gesamtanlage etwas gestört. Wenn also alle Loks (Vorbilddenke) problemlos durch einen 1350er Radius passen, wieso muss dann der Einfahrbereich größere Radien haben? Du würdest ja ohnehin nur mit Rangiergeschwindigkeit (max. 25 km/h) in die Anschlussstelle einfahren. Also, die Tillig-Weiche 1350-12° (1:4,7 Endwinkel) würde dort völlig ausreichen. Du solltest allerdings den Zweigbogen nach dem Herzstück gerade biegen, damit Du auf einen Endwinkel von 9,46° entspechend 1:6 bis max 10° kommst. Das sieht einfach besser aus und Du bekommst längere Zwischengeraden.


    Da Du auch eine DKW in dieser Weichengruppe brauchst, kannst Du Dich beim genauen Weichenendwinkel an den verfügbaren Bausätzen oder Kleinserienprodukten von DKWs orientieren. Eine DKW mit etwa 1:6 Kreuzungswinkel ist im Modell auch um einiges entgleisungssicherer als eine mit 1:9. Das hängt mit den im Modell proportional zu großen Rillenweiten zusammen.


    Modelltechnisch bist Du mit einem 1350er Mindestradius jedenfalls auf der sicheren Seite. Festgelegte Kurzkupplungskulissen an zweiachsigen Güterwagen sind bei diesem Radius kein Problem.


    Umgekehrt sind nicht festgelegte Kurzkupplungskulissen in Verbindung mit Bügelkupplungsköpfen sehr wohl ein Problem, da die Kupplungsarme unter Zugkraft in die stabile seitliche Endlage rutschen und dadurch die benachbarten Radsätze ziemlichen Seitenführungskräften ausgesetzt sind. Die führungslose Stelle am Doppelherzstück einer flachen 1:9-Kreuzung wird dann gerne zum Aussteigen genommen.


    Mir war wichtig, zu vermitteln, in der Planungsphase zunächst herauszufinden, ob die Betriebsstelle maßstäblich 1:87 oder etwas bescheidener trassiert werden soll. Was in meinen Augen keine gute Lösung ist, wenn in einer Ecke maßstäblich geplant wird und in der anderen dann doch nicht mehr, ohne dass man sich eine "Legende" zurechtlegt, wie das begründet ist (räumliche Enge) und wie man betrieblich damit umgeht (eventuell Fahrverbote für Staatsbahnloks).


    Ich hoffe, Du kannst mit meiner Kritik was anfangen und bist mir nicht böse.


    Gruß
    Johannes

  • Hi Johannes
    nein - warum sollte ich böse sein?
    Ich habe definitiv nicht die Vorgabe "exakt Massstäblich". Ich habe ja nicht mal ein konkretes Vorbild, aber es soll harmonisch aussehen.
    Was ich als Möglichkeit habe, ist ein Zwischenstück um längere Graden zu bekommen (zwischen dem Gebäude und dem Lager). Und ich kann das Keil-Stück noch beliebig gestalten. Was ich also versuchen werde ist, dass ich die Weinert-Weichen so gut wie grade lasse und schräg auf das Modul bringe - vielleicht sogar eine Weiche auf dem Keil. Und dann die Abzweiger so anbinden, dass ich da die Kurven hin bekomme. Auch nach dem Keil kann ich eine Kurve einbauen. Da bin ich frei.
    Ich muss dass noch mal zeichnen - mit den aktuellen Segmentkästen - und auch die kann ich noch - wenn notwendig ändern... .


    Die Ee3/3 und Köf könnten als Werksloks gut herhalten. Auch eine Henschel wäre denkbar.


    Die DKW ist eine Schumacher Weiche.( 9,5 Grad DKW von Hobbyecke Schumacher ) Die passt eigentlich gut zu den Weinert Sachen.
    Im Moment überprüfe ich die Planung am realen Bau - mit Hindernissen - und dabei lerne ich :rolleyes:


    Das die Weinert Weiche aus Sicht des Originals eher "Klein" ist, ist mir bekannt. Aber 12 Grad werde ich wohl nicht verbauen... . Für das Weekend habe ich mal die Weichen in 1:87 ausgedruckt und werde mal ein Mockup in 1:1 (Modell) machen. Ich werde berichten...


    LG,
    Axel

  • Hallo,


    "maßstäblich" hat ja nicht zwangsweise etwas einem konkreten Vorbild zu tun. Beim prototype freelancing geht es ja eher darum, zu überlegen wie so etwas beim Vorbild unter Beachtung der Vorschriften und Planungsgrundsätze ausgesehen hätte. Das ist denke ich auch der Ansatz, den Johannes herausarbeiten will.
    Der wichtigste Punkt ist dabei halt auch festzulegen, welche Modellweiche einer 190er entsprechen soll, da dies die kleinste Staatsbahnbauform ist. Das kann durchaus auch eine "unmaßstäbliche" sein, da in Modell Längekomprimierungen ja an der Tagesordnung sind. http://www.s21-modellgleis.de/ schreibt hier einiges zur Theorie und baut darauf ein ganzes in sich stimmiges Gleissystem auf.


    Ich bin jetzt aber auch etwas abgeschwiffen, du hast auf dem linken Kopf mit den maßstäblichen Weichen im Prinzip ja schon Fakten geschaffen. Durch die rechte Weichenverbindung könnten Staatsbahnloks theoretisch über das Streckengleis umlaufen. Das würde den betrieblichen Nutzen der Awanst aber stark einschränken. Da aber auch im Vorbild die meisten Loks dafür ausgelegt sind auch 140m Radien befahren zu können sehe ich da kein Problem, aus den Weinert Weichen eine Industriegleisbauform zu machen. Falls der Radius noch enger wird, legt man halt fest, welche Staatsbahnloks dort fahren dürfen. Ich kenne einige Schilder mit Aufschriften: "Halt! Nur BR xxx, xxx, xxx"


    Das Argument, dass dann auch der linke Kopf mit "kleineren" Weichen hätte gebaut werden können teile ich so nur begrenzt. Im Streckengleis würden nur Staatsbahnweichen zum Einsatz kommen. Da ist man im Laufe der Zeit ja sogar her gegangen und hat 190er gegen 300er ausgetauscht. Gründe siehe: http://www.s21-modellgleis.de/index.php?seite=vweichen
    Beim Weichenwinkel der DKW hat Axel ja schon "vorausahnend" einen passenden gewählt. ;) Über den Radius der Schumacher DKW habe ich leider nirgends Angaben gefunden, ich würde ihn aber auch eher im Bereich eines 140er Vorbildes, als eines 190er Vorbildes einordnen.


    In den weiteren Nebengleisen sind ja noch kleinere Weichen verplant wie man sieht. Sind das welche mit 1320mm Radius? Diese passen dort sehr gut meiner Meinung und runden das stimmige Weichenbild nach unten ab.


    Gruß
    Michael

  • Hallo Zusammen
    Nochmals zur Aufklärung...


    So ungefähr soll es aussehen! Die Verbindung zwischen Awanst und Hauptstrecke gibt es beim Haltepunkt des Werks NICHT mehr. Vielleicht ist das irgendwo runtergefallen oder ich habe bei einer Antwort das falsche Bild erwischt...
    Ich werde mal am Wochenende etwas "malen" und dann hier reinstellen.


    Ziel ist es, einer Staatsbahnlok die Möglichkeit zu geben, wieder raus zu kommen, wenn sie Lok voran hineingefahren ist - also von links kam. Dazu brauche ich Radien, die so gross wie möglich sind. Meine ich wenigstens.
    Ich mals und melde mich!


    Merci und LG,
    Axel

  • Hallo Zusammen
    Ich hatte etwas Zeit für ein wenig Reverse-Engineering


    Zunächst habe ich mal aus Sperrholzsteifen von ca. 15cm x 4cm x 4mm die Haupttrasse gezogen. Das Ganze wurde mit einer Straaklatte schon sauber gekrümmt. Rechts der Abstand ist kleiner als 10cm - Da kommt dann natürlich eine Plexiwand als Fallschutz hin.
    Die Gleise der Wagenübergabestelle habe ich mal so nach "Gefühl" hingelegt und in 5.6cm Abstand ausgereichtet, wobei der Abstand zum Haupttrasse grösser ist. Hier kommt ja der Zaun hin und ggf. die Oberleitung.
    Der Haltepunkt wird wohl auf die Seite verlegt, wo jetzt Schere, Gliedermasstab und Papier zu erkennen ist.
    Wie ich Gleisführung bei dem Plattenlager (Grüner Fleck) gestallte, ist noch nicht 100% raus. Ich habe mal eine Doppelpackung eines Portalkrans bestellt, der ungefähr das hergibt, was ich mir vorstelle.
    Die Gleisschablonen im Vordergrund habe ich so platziert, wie vorher die Latte gelegen hat. Es würde sogar fast ohne verbiegen der Weichen gehen.
    Die Weiche hinten an der DKW ist nach Rechts gerutscht. Damit bekomme ich ein fast 2m länge zwischen den Grenzzeichen für die Übergabe. Dabei ist ein mögliches Mittelstück NICHT eingerechnet.
    Ob die Gleise nach der DKW links so mit der S-Kurve bleiben, entscheide ich, wenn ich die Kräne (Cornerstone - Overhead traveling Crane ) habe.
    Die Gleise der Wagenübergabestelle liegen 4mm tiefer als die Trasse.


    Soweit mal mein "Proof of Concept" von heute Abend...
    Hier noch der ungefähre Gleisplan. Leider sind fast alle Modellbahn-Layout Programme irgendwie limitiert, wenn es um Winkel und Ausrichten geht und auf 3D hatte ich heute Abend keine Lust mehr.



    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    die deutliche S-Kurve in der Strecke bei der DKW sieht doch sehr "spielzeughaft" aus. Das "schreit" geradezu nach einem weiteren Modul, damit die Strecke schön gefällig geführt werden kann. In der C-Animation sah das besser aus!


    Statt einer "Absturzsicherung" aus Plexiglas (mit welcher Raketengeschwindigkeit willst Du denn fahren?) würde ich gleisnahe Halbreliefgebäude aufstellen, oder zumindest eine etwas höhere feste Industriemauer. Das hält auch zurück.


    LG Bruno - bob -

    Es muss nicht alles perfekt sein was gut ist


    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

  • Hallo Axel,


    bei Deinem Foto liegt die für mich im Moment spannenste Stelle ganz im Hintergrund. Deshalb meine Kritik mit Vorbehalt: Die Anschlussweiche zur Strecke könnte eine Außenbogenweiche werden müssen. Mir scheint aus der Fotoperspektive der Abzweigwinkel recht steil zu sein?!


    Das Verbindungsgleis zur DKW hat einige S-Kurven. Deren Radius sollte nicht kleiner, sondern besser größer als der Weichenradius sein (Sparen muss man bei den Weichen, nicht so sehr beim normalen Gleis). Zwischen den S-Kurven sind Zwischengeraden erforderlich - beim Vorbild mindestens 6 m.


    Ebenso muss eine Zwischengerade zwischen der DKW und der anschließenden Weiche eingebaut werden, denn wenn die Zungen auf Abzweig stehen, ergibt sich ebenfalls eine S-Kurve. Maßgebend für die Bogenanfang bei einer Weiche ist übrigens nicht der Zungenanfang, sondern der Weichenanfang.


    Der Gegenbogen hinter der zuletzt erwähnten Weiche nächst dem Streckengleis erscheint mir ebenfalls aus dieser Perspektive etwas zu klein.


    Es wäre schön, wenn Du noch ein Foto vom anderen Ende aus aufgenommen hättest, um die Situation besser beurteilen zu können.


    Ist die Schuhmacher-DKW schon zusammengebaut? Es gäbe vielleicht eine Möglichkeit, eines der vier Enden mit einer Zungenvorrichtung etwas anders zusammenzubauen, um so die Zahl der S-Kurven zu reduzieren. Von dieser Möglichkeit wurde beim Vorbild bisweilen auch Gebrauch gemacht. Ich weiß nicht, ob ich mich rein textlich verständlich machen kann - als Effekt würde ein kleinerer Endwinkel der DKW an diesem Ende entstehen und die Punktsymmetrie der DKW, die sie in der Normalform hat, ginge "verloren", wenn die eine Zungenvorrichtung etwas verdreht in Richtung Winkelhalbierende eingebaut wird.


    Gruß
    Johannes

  • Moin Alex und Mitleser


    Gleiches Horn!
    Da macht ihr so tolle Zeichnungen und dann … ? :wacko:
    Ich gehöre noch zu den Leuten, die am Anfang ihres Berufslebens die Zeichnungen der "Fantasielisten" in die Praxis umsetzen mussten.
    Auf Deiner Zeichnung ist bei bestem Willen keine S-Kurve zu entdecken, weshalb baust Du sie nun ein? Theoretisch kann doch fast alles in sehr großen Bögen liegen und sonst rückt (als Beispiel) dein Stahlwerk am Ende ein klein wenig mehr zur Anlagenkante. Muss doch nicht parallel zur Modulkante liegen. Auch das Streckengleis: Verschwenken; kurze Grade; langer großzügiger Bogen; kurze Grade; Rückschwenken.
    Wenn die Weichen nicht passen kann man sie alle ein klein wenig „verbiegen“, wobei ich eine DKW noch nicht verbogen habe. Siehe auch den Beitrag von Johannes. Auch ich bin der Meinung, dass die Ausfädelung mit einer Außenbogenweiche erfolgen sollte, denn wenn Du dir Deine Zeichnung genau anschaust, hast Du da schon ein klein wenig gemogelt und gehst nicht im rechten Winkel über die Anlagenkante. Wenn Du dann noch das Ganze mit der Funktion Lupe betrachtest gibt es auch da schon „Hakeligkeiten“ zwischen Ausfädelungs-Weiche und DKW.
    Nach meiner Auffassung musst Du diesen Strang „Flüssig verlegen“ und die Kreuzung dann so nehmen wie sie ist und/oder Johannes seinen Tipp ausprobieren um besser hin zu kommen. Platz ist vorhanden, machbar ist das!
    Nur der Weg von mir zu Dir ist zu weit um es mit Dir in der Praxis aus zu legen.


    Lieber Gruß
    Friedrich

  • Hallo Zusammen,
    Danke für Eure Antworten...


    @ Bruno: Danke für den Input mit der Mauer oder den Halb-Reliefgebäuden. Bei der Plexiwand ging es mehr darum, dass niemand etwas vom Modul "wischt", wenn er hinüber greift - weniger um die Geschwindigkeit. Auch wenn im Fremo sicher alle Wissen wie es geht. Buche es einfach unter dem Aspekt "passive Fahrzeugsicherheit" ab... Ich will nicht, das jemand seine Fahrzeuge unter/neben meiner Betriebsstelle aufsammeln muss, nur weil ich keine Schutz geliefert habe.


    Die S-Kurve ist bereits Geschichte. Die neue Strecke ist in Hell-Blau eingezeichnet, wird sich aber sicher noch wegen der Aussenbogenweiche anders darstellen. Ich werde für mein Plattenlager nach links im Bild eine Erweiterung anbauen (orange Fläche unten im Bild) und so den Knick eliminieren. Damit kann ich dann aber KEIN Zwischenstück mehr einfügen da ich den 90Grad Winkel zur Modulkante nicht einhalten kann bei den Gleisen in Rot.


    @Johannes: Sorry für das Foto bzw. die fehlende Gegenansicht. Es wäre sehr Dunkel geworden und ich hole es heute Abend nach - mit mehr Licht.
    Wie schon bei Bruno erwähnt - die S-Kurve ist Geschichte. Die DKW lässt sich nicht mehr verbiegen (ist genagelt) und ich werde die so nehmen wie sie ist.
    Die Aussenbogenweiche ist kein Problem - Ich hätte eine EW5 oder eine EW6 von Tillig hier oder könnte noch eine von Weinert bestellen. Ich hatte lediglich bedenken, dass genau diese Weichenform keinen Anklang finden würde.


    @ Friedrich: Ich bin "Analog" vorgegangen. Also erst auf den Modulen und dann auf dem PC - Und die Modellbahn-Tools sind nicht vergleichbar mit irgendeinem echten CAD-System. Flüssige Kurven kenne ich auch aus dem Bootsbau - also werde ich das schon hin bekommen. Nach dem ich die "Genehmigung" zur Aussenbogen-Weiche habe, sollte das ja nun kein Thema mehr sein. Die Gegengraden sind vorhanden (Gelb), auch wenn die auf dem Foto nicht so ganz raus kommen.
    In dem Tool zum "malen" von Gleisplänen gibt es keine "Fang-Funktion" mit der man Dinge in einem definierten Winkel zueinander ausrichten kann. Auch ist es nicht möglich, Geometrien (Modulkästen) exakt Winklig zu erstellen, wenn sie anders geformt sind als ein Rechteck. Das soll keine Entschuldigung sein meiner Fehler beim Gleislegen sein. Deswegen stelle ich meine Sachen ja hier rein. Die Beiträge helfen mir besser zu werden und ein gutes Ergebnis zu erzielen.


    Bevor ich das Gleis fixiere käme eine Lehre und ein Anschlag-Winkel zum Einsatz.


    Hier der aktuelle Stand der "To-Do-Liste".



    Merci Euch Dreien für die Unterstützung. Ich denke ein Trip von Friedrich in die Schweiz ist nicht notwendig :) - auch wenn es sicher spannend wäre mit jemandem mit so viel Erfahrungen zu arbeiten...


    Ich melde mich, wenn es neue Fotos gibt.


    Abschliessend die Frage: Welche Unterlegscheiben passen zwischen die Gleise? Weiss das grade irgendwer?


    LG,
    Axel