Dekupiersäge vs. Fräse vs. Skalpell

  • Hallo Freunde,


    mich beschäftigt folgende Aufgabenstellung:
    Ausschneiden der Motorhauben bei der V80 (Roco bzw. Trix), damit die aufgestellte Motorhaube nachgebildet werden kann.



    Bild-Ausschnitt zur Verdeutlichung der Frage. © EK-Buch Die Baureihe V80, Bild 273, Slg. Robin Garn


    Dazu gab es in der Vergangenheit schon einige Umbauberichte (Alfred Fordon in EK und MIBA und "Georg" auf blogger.com). Den Umbauern gemeinsam ist, dass beide jeweils mit Cutter bzw. Skalpell die Motorhaubenteile ausschnitten.


    Ich habe ein paar mehr der V80 zum Umbau anstehen und denke darüber nach, wie die Motorhauben genau und einfach (maschinengestützt?) ausgeschnitten werden könnten.


    Zur Auswahl stehen für mich die
    Proxxon Dekupiersäge DS230/E oder DSH:
    + geringe Dicke des Laubsägeblattes (~0,3mm)
    + Sägeschnittposition fest, Werkstück wird bewegt
    - Schnitt je nach exakter Handführung gerade oder krumm


    bzw.
    Proxxon Fräsmotor BFW 40/E:
    + Schnittführung durch Kreuztisch (ist vorhanden) exakt gerade
    0 Schnitt-Dicke 1mm
    - Werkstück muss gut fixiert werden


    bzw.
    Handschnitt mit Skalpell:
    + geringe Schnittbreite (~0,3mm)
    - Werkstück muss gut fixiert werden
    - Schnitt je nach exakter Handführung gerade oder krumm
    -- Führungslineal für Schnitt muss aufgelegt werden


    Die Gegenüberstellung der Methoden/Werkzeuge deutet für mich auf den Einsatz einer Dekupiersäge hin.


    Ich würde mich freuen, wenn ich meine bescheidene und nicht von Maschinen-Fachwissen geprägte Sicht auf die Möglichkeiten durch Euer Feedback etwas erweitern könnte.



    Gruß Rainer :thumbup:

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    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Ich würde eine Uhrmacher-Laubsägebogen und ein ganz feines Metallsägeblatt nehmen.


    Damit hab ich schon Türen aus Modellautos ausgesägt und konnte diese weiter verwenden.

  • Hallo Rainer,
    ich würde es mit der Goldschmiedesäge ( sieht aus wie eine kurze Laubsäge) machen. Das Gehäuse dabei mit der Hand halten und auf einen Laubsägetisch auflegen, das Sägeblatt dabei leicht schräg führen. Der Vorteil dabei ist, das du jederzeit freien Blick auf Werkstück und Werkzeug hast. Und du bestimmst selbst den Vorschub, sodaß auch ein verschmelzen des Materials mit dem Sägeblatt ausgeschlossen ist.
    Auf diese Art habe ich schon so einiges "zersägt ". Bilder lasse ich folgen, sobald ich wieder am Lappi sitze.
    Viele Grüße von Detlef Ko. ,der DEKO

  • Hallo Rainer!


    Die Klappe liegt überlappend auf. Auf dem Foto deutlich erkennbar, die Klappe ist größer als die Öffnung im Vorbau.
    Mit simplen Aussägen ist dieser "Look" nicht hinzubekommen.
    Die Materialstärke des Gehäuses ist in diesem Fall kontraproduktiv.
    - Klappen vorher vermessen und auch dünnem Material (PS 0,3mm oder Ms-Blech 0,2mm je nach Gusto) nachbauen; Griffe nicht vergessen
    - Rahmen der Klappen lassen sich durch eine weitere Lage Materials ca. 0,5mm darstellen; der Überstand der Klappen lässt sich so dargestellen
    - Scharniere aus aufgebrachten 0,2mm Material
    - Aufsteller aus 0,3mm Rundmaterial
    - Griffe lassen sich ebenso aus 0,3mm Rundmaterial anfertigen.
    - eine 4 bis 5mm Bohrung mitten in die Klappennachbildungen im Gehäuse einbringen
    - mit einer kleinen 4-Kantfeile die Öffnung rechteckig auf das gewünschte Maß bringen
    - die Ecken der Öffnungen lassen sich mit einer feinen scharfen 3-Kantfeile so auch wirklich scharf bis in den Winkel rechteckig machen
    - meine 2 €ent

  • Moin Rainer
    ich würde es aussägen wie Joerg beschrieben

    Zitat

    Uhrmacher-Laubsägebogen und ein ganz feines Metallsägeblatt


    das ganze etwas kleiner weil Du die ausgeschittene Klappe ja nicht benötigst

    Zitat

    mit einer kleinen 4-Kantfeile die Öffnung rechteckig auf das gewünschte Maß bringen


    und auch den Rest so aufbauen wie es Lutz beschrieben hat. :thumbup:
    Kann ich nicht gibt es nicht, wenn es nichts geworden ist, machst Du halt die Klappe noch mal ^^
    Für die Klappe kannst Du auch 0,2 /0,3 mm Polystyrol nehmen, zuschneiden mit dem Cutter.


    Frohe Gelingen
    Gruß Friedrich

  • Hallo zusammen, der Nachteil der Variante von Lutz ist aber, das man dann die neue Klappe auch lackieren muss.
    man kann sehr wohl einen Schnitt machen und beide Teile verwenden. Ein lackieren der Flächen erübrigt sich da, lediglich an den Kanten muss etwas nachgebessert werden, je nachdem, in welcher Farbe das. Gehäuse gespritzt ist.
    Das A und O ist, das der Schnitt nach innen Schräg verläuft. Das das geht, kann ich euch an einer Tür eines H0e- Technomodell-Zugbegleiterwagens zeigen. Zersägt, geöffnet, zusamengeklebt und "ferdsch", alles ohne Lackierung.
    Auch bei Autotüren habe ich es schon so gemacht, Jörg hat es ja auch schon so beschrieben.
    Sinnvoll ist es natürlich, mit einem alten Teil mal zu probieren. Es ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen!
    Ansonsten würde ich aber, bevor ich die Klappe selbst baue, sie lieber abgießen und dann geöfnet montieren. Aber dann muss natürlich wieder lackiert werden.
    Viele Grüße von Detlef Ko, der DEKO

  • Danke für die konstruktiven Vorschläge, Freunde.


    Das werde ich mal setzen lassen und dann für mich noch einmal durchspielen. So wie es aussieht, könnte ich ja die "zerstörungsarme" Ausschnittmethode anwenden und bei Bedarf immer noch den Neuaufbau der Motorhaube mit Polystyrol "in der Hinterhand" halten. Eure Tipps sind für mich sehr wertvoll!


    So wie ich Eure Ausführungen interpretiere, ist fräsen "außen vor", die Goldschmiedesäge das Werkzeug der Wahl.


    Trotzdem noch einmal nachgefragt: Angenommen, ich hätte beides in der Werkstatt zur Auswahl, Dekupiersäge und Goldschmiedesäge. Welches Argument gibt es dann gegen die Dekupiersäge? Ich würde doch in beiden Fällen mit einem gleichartigen Sägeblatt arbeiten. Bei der Goldschmiedesäge müsste ich mit einer Hand die Säge führen und mit der anderen das Werkstück halten, während ich bei der Dekupiersäge beide Hände zur Führung des Werkstückes zur Verfügung hätte. Übersehe ich da irgendetwas wichtiges?



    Gruß Rainer :thumbup:

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  • Die Wärme, Rainer.


    Wenn du mit der Hand sägst, entwickelt sich kaum Wärme.


    So langsam, wie du von Hand sägen kannst, kann die Maschine nicht.


    Außerdem kannst du so m.E. den Sägeschnitt viel besser kontrollieren.


    Denn wenn du merkst, das es in die falsche Richtung geht, kannst du sofort mit den Schnitt aufhören.


    Die Dekupiersäge läuft weiter und wenn du dann beim Zurückziehen verhackst, kann es zu Schäden kommen.

  • Hallo Rainer,
    um es vorwegzunehmen- ich kenne sowohl das Vorbild, als auch das/die Modelle nur von Bildern. Mir ist noch keine dieser Loks in die Hände gekommen.
    Dennoch möchte ich ein paar Worte loswerden ( so wie der Blinde von der Farbe :) )
    Aus den obigen Worten soll hervorgehen, daß ich nicht weiß, in wie weit diese Klappen detailliert sind.,


    Sind diese Klappen lediglich durch den Umriß im Vorbau dargestellt- würde ich mich den Vorschreibern anschließen.
    Also diese Klappen mit einem feinen Sägeblatt und einem Goldschmiedesägebogen aussägen.
    Beide Werkzeuge gibt es bei Fohrmann...
    Dabei das Sägeblatt so spannen, daß es beim Anreißen ( wie bei einer Gitarrenseite ) zart "singt". Ist es zu locker gespannt- ist ein gerader Schnitt kaum zu erreichen...
    Zumindest habe ich diese Erfahrungen bei Messingblech gemacht.
    Die Startlöcher würde ich in die Ecken der Klappe setzen- so ist das "Wenden" des Blattes sehr viel einfacher. Es braucht also nicht "freigesägt" werden...


    Weiter wie oben beschrieben...


    Damit hast Du zumindest ersteinmal die Löcher im Lokgehäuse... und diese sollen ja nun mehr oder weniger wieder verschlossen werden.


    Hierbei gibt es aus meiner Sicht ( wenigstens ) zwei Möglichkeiten:


    Numero une:


    Die Konturen ( tiefer liegender Rahmen ) in die sorgsam ausgesägten Klappen feilen ( ggf mit dem Bohrzwerg o.ä. und einem zylindrischen Fräser einfräsen ) .
    Danach die Lokkastenseitigen Griffe, Verschlußknebel und Klappenstützen aus dünnem Messingdraht anfertigen und einkleben.


    ODER:
    Numero due:
    Mit einem verktororientierten Grafikprogramm diese Klappen konstruieren und auf stärkerem Papier (180g/m² , Fotopapier) ausdrucken.
    Der Vorteil dieser Methode ist, daß sich die erforderliche Anzahl ausdrucken läßt. Gleichzeitig läßt sich der auf der Unterseite liegende Rahmen konstruieren.
    Für die Rahmenteile würde ich dann noch kleine Schlitze in der Klappe vorsehen. Die Rahmenteile können dann in die Klappe eingesteckt und mit dieser verklebt werden.
    Dadurch wird die Klappe insgesamt etwas stabiler.


    Nun aber zu Deiner zweiten Frage:
    Ich würde aber immer der Goldschmiedesäge den Vorzug geben.
    Du kannst wesentlich gefühlvoller und vor allem vibrationsfrei sägen. Der scheinbare Vorteil- das Gehäuse mit der Hand zu halten, wird durch den i.d.R. ungenauen Schnitt wieder aufgezehrt. Denn eine Dekupiersäge ist im Grunde genommen nichts weiter, als eine motorisch angetriebene Laubsäge.
    Zudem sind nur die recht groben Blätter ( auch wenn sie mit "fein" angegeben sind) spannbar. In der Goldschmiedesäge sind die bei Fohrmann als "sehr fein" verwendbar. Und diese Blätter sind wirklich sehr fein!
    Zum Thema Dekupiersäge gab es vor einiger Zeit auch mal einen Beitragsfaden hier im Forum.



    Hoffentlich waren meine Ausführungen hilfreich.
    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Rainer
    Ich würde auch von Hand sägen. Mit der Goldschmidesäge...


    Die Kunststoffe sind teilweise sehr spröde. Wenn Du da mit einem Motorwerkzeug rangehst, kann es Dir - denke ich - passieren, dass das Gehäuse an einer anderen Stelle wegen der Auftretenden Resonanz reisst und bricht.


    Wegen der Klappe - hast Du mal bei Krüger Modelbau nachgefragt? Der hat einiges für Dieselloks - http://www.krueger-modellbau.d…in.modell.ho.98zubehoer.2 Vielleicht hat der ja Interesse, Dir die Klappen zu machen?


    Ich habe mir da grade die Dachlüfter für die V200/Am 4/4 bestellt und heute bekommen. Umbaubericht wird dann folgen. Ich säge händisch.



    LG
    Axel

  • @Jörg: Das Argument "Wärmeentwicklung" überzeugt.


    Christian: Die Klappen sind "erhaben" dargestellt. Vielleicht kommt es bei den beiden Bildern etwas besser raus.



    Mit Papier die Nachbildung der Klappen anzugehen, werde ich auch mal überdenken. Im Gebäudebau zeigt uns ja Andreas S wie hervorragend das Baumaterial Papier einsetzbar ist.


    Axel: Ob und wie spröde das Gehäuse ist, kann ich natürlich nicht so recht einschätzen. Insofern ist auch Dein Hinweis wertvoll für mich. Krüger lass ich mal aussen vor, die Motorhauben bei Bedarf nachzubauen müsste ich leisten können.


    Danke nocheinmal.


    Gruß Rainer :thumbup:

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  • Mit Papier die Nachbildung der Klappen anzugehen, werde ich auch mal überdenken. Im Gebäudebau zeigt uns ja Andreas S wie hervorragend das Baumaterial Papier einsetzbar ist.


    ... und im Fahrzeugbau der Winfried Schmitz-Esser. ;)


    Ansonsten folge ich den Vorschreibern - auch ich würde das Gehäuse händisch bearbeiten, und zwar am liebsten mit Säge und Feile. Skalpell mag ja auch gehen - mir scheint aber die Gefahr recht groß, bei dem doch mit einem gewissen Druck ausgeführten Schnitt mal abzurutschen. Dann hast du einen Schlenzer quer über das Gehäuse...


    Maschinelle Bearbeitung mit Aufspannen (also: fräsen) scheidet meines Erachtens schon deshalb aus, weil du Loks von Trix / Märklin* ( *#' ) und von Roco bearbeiten willst - die werden erfahrungsgemäß nicht völlig identische Maße haben. Da geht also wahrscheinlich für die doppelte Anfertigung der Aufspannvorrichtung mehr Zeit drauf als es die Sache wert ist.


    Viel Erfolg!
    B.


    * Rainer weiß wieso. ;)

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)

  • Also ich werfe mal hier ein; daß ich solche Arbeiten vor einigen Jahren auch schon mal selber praktisch ausgeführt habe:



    Angespritze Dachluke? Hau wech, sagte ich damals, bevor Du einen Haufen Bedenken vor Dir auftürmst der Dich nur hindert und aufhält.


    Desgleichen die (verglasten) Türen mit Türfüllungen:



    So jetzt Ihr.
    Wenn ich nach meinem Urlaub Klappen mit abgerundeten Ecken *#' sehe, dann fange ich garantiert an zu meckern :schimpf:

  • Hallo Rainer


    Ein Vorschlag aus Fachsenfeld......


    Wieso besorgst du dir nicht ein anderes Gehäuse ? :toocool:


    Daran sägst du großzügig die Motorklappen aus.
    Der Rest der Lok sind deine Ersatzteile, wenn sie in ein paar Jahren nicht mehr zu kaufen gibt, hast du genügend Ersatz und musst kein Geld für solches ausgeben oder du veräußerst sie in Ebay oder woanders ( anderen Foren ) .
    Die Klappen an dem anderen Gehäuse sägst ( wie oben beschrieben ) aus und feilst sie dir zurecht.


    Denn die breite des Kunststoffes kannst auch runter schleifen, aber du hast immer noch so viel dran das es wie echt aussieht.

  • Moin,
    diese Arbeit steht mir bei meiner V 80 noch bevor. Ich hatte überlegt die Klappe großzügig auszusägen und den Ausschnitt im Gehäuse mit dünnen Kuststoffleisten in Form eines "Rahmens" wieder auszufüllen. Vorteil: nur 4 gerade Zuschnitte, zusätzlicher Kunststoff könnte als verschmutzter Rahmen farblich kaschiert werden.


    Gruß


    Andreas W

  • Hallo Rainer,


    ich habe keine guten Erfahrungen mit der Dekupiersäge von Proxxon gemacht. Oft nimmt das Sägeblatt eine Richtung die ich nicht wollte. Der bessere Vorschlag ist tatsächlich, es mit einer Uhrmacherlaubsäge zu tun.


    Gruß


    Claus

  • Der bessere Vorschlag ist tatsächlich, es mit einer Uhrmacherlaubsäge zu tun.


    ...was ich auch beherzige, Claus. Eine Uhrmacherlaubsäge habe ich mir von Fohrmann schicken lassen, an einem geeigneten Teil aus meiner Bastelkiste werde ich üben und danach...



    Gruß Rainer :thumbup:

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